Home Bücher & Sprache 22. Türchen: Kostenlose Krimi-Kurzgeschichte

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Am Montag nach der Hochzeit rief Conrad bei den Heidelberger Kollegen an und erkundigte sich nach dem Stand der Ermittlungen. Diese waren seit Samstagabend nicht viel weiter gekommen, da sich ihr Hauptverdächtiger ausschwieg und auf keine ihrer Fragen Antworten wollte.

Conrad berichtete dem Beamten am anderen Ende der Leitung von der vermeintlichen Drohung, die die ehemalige Vollzugsbeamtin an den mutmaßlichen Täter gerichtet hatte. Jedoch vermied er es, seinen Gesprächspartner darauf hinzuweisen, in diese Richtung zu ermitteln. Er wollte den Kollegen nicht hineinreden – war jedoch hoch erfreut, als er hörte, dass er, Kollege Bruch und Lina noch einmal nach Heidelberg gebeten wurden, um ihre Aussage zu Protokoll zu geben. Er kündigte ihrer aller Erscheinen für den frühen Abend an und legte auf.

Wie er erwartet hatte, war es für Lina nahezu unmöglich, sich von ihren Pflichten im Büro loszureißen. Doch schließlich hatte ihr Chef doch ein Einsehen, dass eine Mordermittlung wichtiger war, als der Jahresabschluss ihres Kunden und stellte sie für drei Stunden frei. Um spätestens zwanzig Uhr sollte sie sich jedoch wieder im Büro einfinden, da dann eine Telefonkonferenz mit Übersee anberaumt war.

Während sie nach Heidelberg fuhr, stellte sie sich erneut die Frage, warum sie sich diese Schinderei überhaupt antat. Dann fiel ihr ihr Häuschen ein und sie war für kurze Zeit besänftigt. Allerdings wusste sie, dass die Suche nach einer Antwort auf diese Frage nur aufgeschoben war. Sie musste dringend etwas an ihrem Leben ändern, wenn sie in zwei Jahren nicht mit einem Burnout in ihrem Häuschen sitzen und man ihr selbiges unterm Hintern wegpfänden sollte. Doch zunächst hatten andere Dinge Vorrang.

Morgen geht es weiter >>>

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