20. Türchen: Kostenlose Krimi-Kurzgeschichte

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In dieser Minute wurde es laut im großen Saal. Eine Frau lachte hysterisch auf, während zwei Polizisten ihren Begleiter in die Mitte nahmen. Lina erkannte die Frau als eine der beiden Brautmonster und verspürte eine gewisse Schadenfreude. Offensichtlich passten die Fingerabdrücke ihres Bräutigams Dirk zu denen auf dem Handy. Blieb nur noch die Suche nach dem Motiv.

Nachdem der Verdächtige abgeführt war und feststand, dass die Spurensicherung das Schiff wohl bis in die frühen Morgenstunden auf den Kopf stellen würde, zerstreute sich die Hochzeitsgesellschaft bereits kurz vor 23 Uhr.

Was für ein mieses Ende für den schönsten Tag im Leben, dachte sich Lina, als sie sich von Florian und Anna Kaiser verabschiedete und ihnen erneut versicherte, wie leid es ihr täte. Irgendwie fühlte sie sich schuldig – als ob sie etwas dazugetan hätte, dass der Abend dieses Ende gefunden hatte. Doch anstatt Trübsal zu blasen, wirkte das Brautpaar recht entspannt und versicherte ihr, dass sie nun eben zu zweit mit einem Gläschen alkoholfreien Sekt in ihrer Hochzeitssuite weiterfeiern würden.

„Wir sind wahrscheinlich das einzige Brautpaar, das dieses schöne Zimmer mal länger als nur vier Stunden nutzen wird. Da bekommen wir wenigstens etwas für unser Geld“, scherzte Florian zum Abschied und Lina war einigermaßen beruhigt.

Kurz vor ihrem Aufbruch erfuhren sie noch, dass das Opfer nicht sehr viel länger tot war, als der fingierte Schrei vermuten ließ. Die Abweichung wäre jedoch gar nicht aufgefallen, wenn man nicht genau danach gesucht hätte. Und so hatte sich das der Mörder wohl auch erhofft.

Morgen geht es weiter >>>

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