7. Türchen: Kostenlose Krimi-Kurzgeschichte

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Die beiden nächsten Stunden verbrachten sie mit Kaffeetrinken und Kuchenessen, während der Anker gelichtet wurde und sie gemächlich an den idyllischen Landschaften des Neckartals vorbeischipperten. Das Brautpaar machte an jedem Tisch seine Hoeneurs und Conrad, Lina und Bruch machten sich keine Illusionen, dass sie mit den beiden heute wohl nicht mehr sprechen würden. Also widmeten sie sich einander und Lina war überrascht, wie leicht es ihr fiel, immer wieder neue Gesprächsthemen mit Stefan Bruch zu finden. Selbst als Conrad auf seinem Rückweg von der Toilette für längere Zeit von Großonkel Hugo in ein Gespräch verwickelt wurde, plauderten die beiden, ohne dass eine peinliche Stille aufkam. Auch Bruch schien das Gespräch nicht gar so abstoßend zu finden, denn er fragte durchaus an der einen oder anderen Stelle interessiert nach und lieferte auch eigene Themen und Beiträge.

Als sich Conrad nach einer guten Stunde wieder zu ihnen gesellte und ihnen bei dieser Gelegenheit erzählte, dass Onkel Hugo und sein Hausdrache tatsächlich mit der Braut verwandt waren, bemerkte Lina wieder einmal, wie positiv er sich in den letzten Monaten entwickelt hatte. Das Gewicht, das er nach seiner Abspeckkur erreicht hatte, hatte er nicht nur gehalten, sondern weiter verringert. Seiner eisernen Disziplin war es zu verdanken, dass er nun vier Kleidergrößen weniger tragen konnte und nicht mehr schnaufte, wenn er die Stufen zu Linas Wohnung erklimmen musste. Zwar war er immer noch etwas übergewichtig, aber bei Weitem nicht mehr dick oder gar fett. Er sah gut aus und Lina war auch der Meinung, dass man einem Mann seines Alters durchaus ein kleines Bierbäuchlein zugestehen durfte.

Nachdem sich Conrad wieder gesetzt hatte, nutzte Bruch die Gelegenheit, selbst die Örtlichkeiten aufzusuchen. Dabei fiel Lina auf, dass Conrads einst so drahtiger Kollege durchaus etwas angesetzt hatte. Über den vormals zu deutlichen Waschbrettbauch hatte sich eine kleine Wohlstandsspecksicht gelegt. Jedoch musste Lina zugeben, dass ihm die etwas runderen Formen gut standen. Sie mochte Männer nicht, die allzu durchtrainiert waren. Was jedoch nicht bedeutete, dass sie Bruch deswegen besser leiden als vorher …

Morgen geht es weiter >>>

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