Kostenloses eBook – Adventsgeschenk für euch (1. Türchen)

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In diesem Jahr musstet ihr einiges mit mir mitmachen. „Jeden Tag ein Tipp“ machte seinem Namen nicht mehr alle Ehre und in den kommenden Monaten wird sich daran nicht viel ändern. Mit festem Job und größerem Haushalt habe ich einfach keine Zeit mehr, jeden Tag zu bloggen.

Nichtsdestotrotz lohnt es sich weiterhin, jeden Tag auf diesem Blog vorbeizuschauen, denn hier gibt es jeden Tag Neues zu entdecken – sei es in neuen Beiträgen oder z. B. durch die Pin-Tipps des Tages oder über die anderen Social-Media-Kanäle.

Dennoch möchte ich euch für eure Geduld danken und euch zu diesem Zweck ein Geschenk machen: meine neueste Krimi-Kurzgeschichte als Adventskalender. Jeden Tag öffnet sich ein neues Türchen mit dem nächsten Abschnitt und bis Weihnachten wisst ihr dann auch garantiert, wer der Mörder ist.

Ich hoffe, ihr habt Spaß beim Miträtseln und eine wundervolle Adventszeit!

Doch jetzt geht es los: Der erste Abschnitt meiner neuen Krimi-Kurzgeschichte – für die ich allerdings immer noch keinen hübschen Namen gefunden habe. Vielleicht fällt euch ja etwas ein. 😉

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Lina Starks zweieinhalbter Fall – Türchen 1

Ungeduldig sah Conrad Krug auf seine Uhr und trippelte nervös zwischen den Bäumen umher, die am ruhig dahinfließenden Neckar Spalier standen. Er holte sein Handy aus der Jackentasche, ganz so wie er es erst eine Minute zuvor getan hatte, fluchte leise und steckte es wieder weg.
„Beruhige dich, er wird schon noch kommen! Wir sind ohnehin viel zu früh dran.“
Conrad wusste, dass Lina Recht hatte. Doch kannte er auch seinen Kollegen Stefan Bruch, der gerne einen großen Auftritt hatte und absichtlich etwas später kam. Allerdings sollte er sich gerade heute solch eine Szene verkneifen, denn wer heute zu spät kam, durfte gar nicht mit. Und das hätte Conrad geärgert, denn er freute sich schon seit vielen Wochen auf diesen Tag.

Lina war indes weitaus entspannter als ihr väterlicher Freund, was vornehmlich damit zu begründen war, dass sie ohnehin nur als dessen Begleitung fungierte. Daher konnte sie sich ganz lässig über das Geländer lehnen, hinter dem sich der Fluss langsam dahin walzte, und das herrliche Wetter genießen. Sie schloss die Augen und spürte, wie die Sonnenstrahlen ihr Gesicht wärmten. Für Ende März war es in den letzten Tagen erstaunlich warm gewesen und auch für den heutigen Tag hatten die Meteorologen herrliche siebzehn Grad und Sonnenschein vorhergesagt. Die Vögel zwitscherten ein munteres Lied, der Wind wehte mit einer sanften Brise und überall konnte man die ersten zartgrünen Vorboten des Frühlings entdecken. Ein Tag, wie gemacht, um in See zu stechen – oder besser in den Fluss.

„Na, endlich“, hörte sie Conrad hinter sich raunen, machte sich jedoch nicht die Mühe, sich umzudrehen. Sie wusste, dass Stefan Bruch aufgetaucht war, Conrads Polizei-Kollege oder Partner, wie es in amerikanischen Filmen immer hieß. Im Arm würde er wahrscheinlich eine große Blondine führen, die keinen Pfifferling auf das ungeschriebene Gesetz gab, dass man einer Braut an ihrem Hochzeitstag keine Konkurrenz machen durfte. Daher würde diese Dame aller Wahrscheinlichkeit nach einen Leder-Minirock tragen und mit einem Ausschnitt bis zum Bauchnabel ihre unnatürlich prallen und straffen Brüste zur Schau stellen. Lina stellte sich vor, wie die platinblonden Locken kunstvoll über eine Schulter gezwirbelt worden waren und eine große, glitzernde Haarspange alles in Position hielt. Und wenn diese Schaufensterpuppe dann den Mund aufmachte, würde sie sagen: „Hi, isch bin dat Gabi. Freut misch, dat wa uns endlisch ma kenne lerne!“

Bei dieser Vorstellung musste Lina leise glucksen. Sie wusste überhaupt nichts über Stefan Bruchs Frauengeschmack, jedoch sah sie immer irgendwelche verblödeten Superschnitten vor sich, wenn Conrad berichtete, dass Kollege Bruch schon wieder eine Neue am Start hatte. Daher hatte sie keine große Veranlassung, sich früher als unbedingt nötig den Neuankömmlingen zu widmen.

Lina hörte, wie Bruch und Conrad tuschelten und war sehr enttäuscht, keinen breiten, vulgären, lauten, kölschen Dialekt zu vernehmen. Oh Gott, am Ende schleppte Bruch tatsächlich ein nettes, leises Mädel an! Ihr Weltbild wäre für immer zerstört.

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Morgen geht es weiter >>>


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