Fahrstuhl-Etikette statt Murmeln und gesenkte Blicke

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Fahrstühle sind für viele Menschen ein Graus: Es ist eng und stickig, lauter unbekannte Menschen und dann ist man auch noch der Technik ausgeliefert. Kein Wunder also, dass sich viele Menschen in Fahrstühlen unwohl fühlen und lieber auf ihre Fußspitzen starren. Doch gibt es auch hier ein paar Verhaltensregeln, die man kennen sollte.

Betreten und Verlassen

Sollte der ankommende Fahrstuhl bereits so voll sein, so dass die Anwesenden unangenehm zusammenrücken müssten, warten Sie auf den nächsten! Wie in der Straßenbahn lautet auch dann die Devise: Bitte erst diejenigen aussteigen lassen, die raus wollen – dann einsteigen. Wenn man den Fahrstuhl betritt oder verlässt, grüßt man die anderen Personen. Derjenige, der der Tür am nächsten steht, darf den Aufzug zuerst verlassen. Möchte er nicht aussteigen, sollte er auf die Seite treten bzw. kurzzeitig aussteigen und den anderen Mitfahren das Verlassen so einfach wie möglich machen. Generell haben Damen, ältere Personen und Gäste „Vorfahrt“ – im Job die Ranghöheren.

Etage wählen

Sollte jemand nicht selbstständig den Knopf drücken können, da er die Hände voll hat oder zu viele Personen zwischen ihm und dem Aufzugknopf stehen, ist es höflich, wenn derjenige, der dem Knopf am nächsten steht, diese Aufgabe auf Nachfrage für ihn übernimmt. Und wenn Sie sich mal „verdrücken“: Einfach entschuldigen, denn irren sind menschlich. 😉

Verbale und Non-Kommunikation

Telefonate sind absolut tabu. Small-Talk ist nicht zu empfehlen, da sie nicht wissen, wo ihr Gesprächspartner aussteigen wird und das Gespräch so abrupt abgebrochen wird. Es empfiehlt sich, die Augen Richtung Tür zu richten, das wirkt selbstbewusst und gibt Sicherheit. Außerdem sieht man so, wer zusteigt und kann grüßen oder einfach nur lächeln. Versuchen Sie, Ihre Mitfahrer nicht zu berühren, falls möglich.

Mit diesen Tipps und Tricks klappt es mit der unfreiwilligen Zweckgemeinschaft und man hat eine relativ entspannte gemeinsame Reise. Beim Fahrstuhl fahren dringt man gezwungener Maßen in die Intimzone anderer ein – mehr zum Thema „Distanzzonen“ im nächsten Beitrag.

Alena Germann ist Inhaberin der „Imageberatung Germann – authentic image“ und berät in dieser Funktion Firmenkunden in puncto Business-Dresscode und Business-Knigge. Darüber hinaus bietet sie für Privatkunden Farb- und Stilberatungen an.