Haustiere in der Reisezeit

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Wie in jedem Sommer musste ich neulich wieder von den armen, kleinen Haustieren lesen, die zur Urlaubszeit an Raststätten, in Wäldern oder sonst irgendwo „entsorgt“ werden. Obwohl ich kein leidenschaftlicher Tierfreund bin, machen mich solche Meldungen immer wahnsinnig wütend. Denn solche Gemeinheiten müssen einfach nicht sein.

Es sind die planlosen Egoisten dieser Welt, die sich ein Haustier anschaffen und dann über kurz oder lang merken: „Ooops, ich muss mich ja einschränken. Also, nee, darauf habe ich dann ja doch keine Lust.“ An all diese Menschen gewandt, lautet mein erster Tipp nach der Sommerpause: Erst einmal den Hirnkasten einschalten, dann gründlich über den Erwerb oder die Adoption eines Haustiers nachdenken und erst dann handeln, wenn man sich der Tragweite seiner Entscheidung bewusst ist und mit den Konsequenzen leben will.

Soviel vorab, doch eigentlich will ich heute berichten, wie wir es damals mit unserem Katerchen Paul gehalten haben, wenn wir in den Urlaub gefahren sind.

Urlaub mit Haustieren

Solange meine Schwester und ich noch Kinder waren und nicht allein daheim bleiben durften, mussten wir unseren Kater selbstredend mit in jeden Urlaub nehmen. In freier Wildbahn kam er allein nicht zurecht, also musste uns der Stubentiger begleiten. Bei diesen Reisen haben wir gelernt:

  • Ein leerer Kater übergibt sich nicht
  • Nach unserer ersten Fahrt mit Klein-Paulchen im Auto stand fest: Vor der nächsten Reise muss der kleine Stinker Diät machen. Also, bekam er ab ca. sechs Stunden vor der Fahrt seinen Fressnapf entzogen. Und schon musste er sich nie wieder übergeben. Für besonders reisekranke Haustiere gibt es auch Beruhigungsmittel und Präparate gegen Reisekrankheit. Hier sollte man sich vorher aber genau informieren.

  • Ferienhaus = Ferien für alle
  • Kläffende Nachbarshunde im Hotel sind schlichtweg nervig. Und niemand kann mir erzählen, dass sich Haustiere in beengten Hotelzimmern wohl fühlen. Doch in einer großzügigen Ferienwohnung oder einem Ferienhaus kann sich die gesamte Familie entspannen, inkl. Vierbeiner.

  • Ferien daheim
  • Als meine Schwester und ich älter wurden, stellten wir im Familienrat immer öfter die Frage: Wer will überhaupt alles in den Urlaub mit? Und wer kümmert sich in der Zwischenzeit ums Katerchen? Meist fiel das Los auf mich, selbst als ich längst ausgezogen war, übernahm ich oft die Rolle des Katzensitters. So futterte ich meinen Eltern den Kühlschrank leer – und mein Katerchen war froh, dass er nicht Auto fahren musste und in seinem Umfeld bleiben konnte.

    Wenn sich kein Freiwilliger im Familienkreis findet, könnte auch eine Tierpension gute Dienste leisten – oder man nimmt Kontakt zu Vereinen auf, die sich der häuslichen Urlaubs- oder Krankheitsbetreuung von Katzen widmen, wie z. B. der Catsitters e. V. in Heidelberg.

Haustiere und ein entspannter Urlaub sind also keinesfalls Dinge, die sich gegenseitig ausschließen. Man muss sich nur etwas bemühen.