Private und gesetzliche Krankenkassen im Vergleich

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Warum ist das Gras in Nachbars Garten eigentlich immer viel grüner als das auf unserer Seite? Ganz einfach: Weil wir einen anderen Blickwinkel haben. Denn unser Nachbar schaut auch neidisch auf unser hübsches, grünes Gras, während er sich über Moosflecken und braune Halme auf seiner Seite ärgert.

Ähnlich verhält es sich mit der deutsche Krankenkassen-Landschaft. Die gesetzlich Versicherten sind auf die „Privaten“ neidisch; die privat Versicherten würden oftmals gerne wieder in die gesetzliche Krankenkasse zurück. Seit meiner Selbstständigkeit kenne ich beide Seiten – und ziehe heute ein subjektives, persönliches Resümee.

Krankenkassen: Die Beiträge

Privat Versicherte handeln einen Tarif aus und bezahlen einen festen Beitrag – unabhängig vom Einkommen. In der gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich der Beitrag bis zu einer bestimmten Grenze nach dem Einkommen des Versicherten: Geringes Einkommen = geringe Beiträge. Hohes Einkommen = hohe Beiträge. Daher lohnen sich die privaten Tarife für Leute mit einem hohen Einkommen. Hat der privat versicherte Selbstständige jedoch irgendwann einmal geringere Einnahmen, muss er trotzdem den festen Beitrag zahlen; ebenso Angestellte, die in Rente gehen und weniger Einkommen haben. Außerdem erhöhen sich die Beiträge für die private Krankenversicherung in unregelmäßigen Abständen. Dessen muss man sich bewusst sein.

Krankenkassen: Die Behandlung

Ein gängiges Vorurteil lautet: Privatpatienten werden besser behandelt. Das kann ich nicht bestätigen. Während meiner Zeit als Privatpatient habe ich nicht von kürzeren Wartezeiten oder schnelleren Terminen profitiert. Dafür versuchten die Ärzte jedes Mal, mir unnötige Behandlungen aufs Auge zu drücken. Sehr nervig, zumal …

Krankenkassen: Die Abrechnung

… man als Privatpatient erst einmal alle Rechnungen aus eigener Tasche bezahlen darf. Dann schickt man die Belege an seine Krankenkasse, wartet einige Wochen und bekommt unter Garantie jedes Mal mindestens eine Leistung gestrichen. Schon allein aus Prinzip. Dann darf man sich mit der Kasse herumstreiten, korrigierte Rechnungen vom Arzt einfordern und und und. Da lobe ich mir das einfache System der gesetzlichen Kassen: Karte abgeben und den Rest regeln Arzt und Kasse untereinander.

Krankenkassen: Mein Fazit

Ich persönlich mache drei Kreuze, wenn ich demnächst wieder in die gesetzliche Krankenkasse wechseln darf. Dann zahle ich nur noch die Beiträge, die ich mir auch leisten kann, und erspare mir einen Haufen Verwaltungskram und Ärger. Ich glaube nicht, dass mich die Ärzte dann schlechter behandeln werden – jedoch werde ich mir für Zahnersatz usw. wohl eine private Zusatzversicherung gönnen. Sicher ist sicher!