Eine subjektive Meinung zu „Der menschliche Makel“ von Philip Roth

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Gehobene Weltliteratur kommt in meiner Lektüre meist zu kurz. Doch ab und an zwinge ich mich, einen hochdekorierten Autor zu lesen. Bei Julia Francks „Die Mittagsfrau“ ging das gründlich in die Hose. Ebenso bei „Der menschliche Makel“ von Philip Roth, den ich euch heute vorstelle. Oder sollte ich besser sagen: von dem ich euch heute abrate?!

Klappentext von „Der menschliche Makel“

Im Jahr 1998, als Amerika sich angesichts der drohenden Amtsenthebung seines Präsidenten einer Ekstase der Scheinheiligkeit hingibt, wird in einem neuenglischen Städtchen Coleman Silk, ein in Ehren ergrauter Professor für klassische Literatur, zum Rücktritt gezwungen. Der gegen ihn erhobene Vorwurf lautet, er sei ein Rassist. Dieser Vorwurf ist falsch, doch die Wahrheit über Silk würde selbst seine unerbittlichsten Feinde überraschen.

Meine Meinung zu „Der menschliche Makel“

Die FAZ schrieb, dass Philip Roth „schlicht und einfach der größte Romancier“ sei, „der heute in englischer Sprache schreibt“. Und auch die Süddeutsche Zeitung war voll des Lobes, als sie den Autor mit Dostojewski und Dickens verglich: „Besser geht’s nicht!“ war das Fazit. Diese Aussagen waren Gründe dafür, dass ich mir Der menschliche Makel kaufte. Doch mein Fazit weicht dezent von den Lobeshymnen auf dem Klappentext ab.

Ich fasse es in drei Worten zusammen: Unnötig, sterbenslangweilig, Zeitverschwendung!

„Der menschliche Makel“ hat es aus dem Stand in die Top 3 der schlimmsten Bücher geschafft, die ich jemals gelesen habe. Auf Platz 1 rangiert unangefochten „Die Blechtrommel“, die ich im Deutsch-LK lesen musste. Von mir auch liebevoll „Die Brechtrommel“ genannt. Platz 2 nimmt der „Tod eines Kritikers“ ein – das einzige Buch, das ich tatsächlich niemals zu Ende gelesen habe, weil mir beim Lesen klar wurde, dass es mich mit jedem Wort weitere Lebenszeit kostet und meinem Ende ein Stück näher bringt. Und Platz 3 hat sich „Der menschliche Makel“ erkämpft. Glückwunsch!

Vielleicht bin ich ein zu schlichtes Gemüt. Vielleicht eigne ich mich nicht für höhere Literatur. Doch „Der menschliche Makel“ ist in meinen Augen nichts anderes als unsagbar langweilig. Seitenweise Erzählungen nur um des Erzählens Willen. Eine Geschichte, die durchaus Potenzial gehabt hätte, interessant niedergeschrieben zu werden, verliert sich in unnötigen, nervenzermürbenden Detailbeschreibungen. Für mich ist das nicht der Stoff, aus dem erstklassige Bücher gemacht sind.

Daher fand sich „Der menschliche Makel“ schneller in der Kiste für unseren Flohmarktbesuch als jeder andere Gegenstand. Jedoch fand des keinen Käufer. Wen wundert’s!? Somit habe ich es als Bücherspende getarnt ins Second-Hand-Kaufhaus gebracht. Ein bisschen schlechtes Gewissen habe ich aber schon – schließlich sollte man dort keinen Sondermüll entsorgen …

PS: Lasst euch von dem einen Stern nicht täuschen – das ist die niedrigste Bewertung, die mein Bewertungsmodul zulässt.


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