Stilvoll „Nein“ sagen mithilfe von INGA

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Wer kennt es nicht: Wir haben viel zu tun und die Kollegen, Familienmitglieder, Nachbarn, Freunde oder andere Mitmenschen bitten um einen Gefallen. Meistens ist das kein Problem für uns und wir erledigen diesen ohne viel Aufwand und Mühe gerne. Aber es gibt Zeiten, da haben wir keine Zeit für solche Sachen. Doch wie teilen wir das dem anderen mit, ohne ihn vor den Kopf zu stoßen?

Für solche Fälle gibt es die INGA-Anleitung, die uns dabei hilft, ein „Nein, geht leider nicht!“ mit Herz und Verstand auszusprechen.

Die INGA-Anleitung anhand eines Beispiels

Der Chef kommt eine Stunde vor Feierabend hinein und will ein Projekt auf uns abwälzen, das zwei Stunden in Anspruch nimmt.

I = Interesse zeigen und das Problem ernst nehmen

Bevor wir dem Chef eine Absage erteilen, müssen wir ihm zunächst zuhören und die Rahmendaten abstecken:

  • Was genau wird benötigt?
  • Wie viel zeitlicher Arbeitsaufwand steckt dahinter?
  • Bis wann muss es erledigt sein?
  • Kann man das Projekt in Einzelteile zerlegen und auf mehrere Personen verteilen?
  • usw.

N = Nein-Sagen – und zwar eindeutig

Erst danach dürfen wir „Nein“ sagen. Dieses „Nein“ muss jedoch klar und deutlich sein und darf keine Alternativen zulassen. Worte wie „eventuell“, „vielleicht könnte ich doch…“ usw. sind verboten.

G = Grund nennen

Ist die Wahrheit immer am besten? Wenn Sie teure Theaterkarten haben oder an Ihrem Hochzeitstag nicht zu spät kommen wollen, können Sie dies sagen. Jedoch hat nicht jeder einen verständnisvollen Chef und daher könnte ein vermeintlicher „Arzttermin“ ein besseres Argument sein. Doch Vorsicht: Lügen haben kurze Beine! Hier sind viel Fingerspitzengefühl und eine gute Einschätzung der Situation gefragt.

A = Alternativen aufzeigen

Vielleicht könnte der Chef oder man selbst die Arbeit teilen und dann doch pünktlich gehen. Kann ein Kollege übernehmen? Oder wir kommen am nächsten Morgen früher ins Büro, wenn die Frist erst am Vormittag ausläuft – ausnahmsweise, aber immer gerne zum Wohle des Unternehmens. Auf jeden Fall sollten wir zeigen, dass wir an der Lösung des Problems interessiert sind.

Wenn es um das „Nein!“-Sagen geht: An die stilvolle INGA denken und mit gutem Gefühl auch mal Aufgaben ablehnen. Personen, die einen schätzen, brauchen oder lieben, werden solch ein Verhalten respektieren und akzeptieren.

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Alena Germann ist Inhaberin der Imageberatung Germann – authentic image und berät in dieser Funktion Firmenkunden in puncto Business-Dresscode und Business-Knigge. Darüber hinaus bietet sie für Privatkunden Farb- und Stilberatungen an.