Die 10 größten Fettnäpfchen im Bewerbungsgespräch

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Allein die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch sollte Mut machen: Für die Bewerbungsunterlagen gab es 100 Punkte – auf zum nächsten Level! Hier kann man sich so gut vorbereiten wie man will, es gibt immer Fragen oder Situationen, bei denen einem die Worte fehlen oder der Denkapparat streikt. In einem solchen Fall sollte man nicht pokern, sondern mit offenen Karten spielen. Wir sind alle „nur“ Menschen und ein Unternehmen, das dies nicht respektiert, ist vielleicht nicht der richtige Arbeitgeber.

Daneben gibt es viele Dinge, die wir selbst in der Hand haben und Fettnäpfchen, die wir umgehen können.

  1. Zu spät bzw. zu früh kommen
  2. Je nach Unternehmensgröße sollten wir so kalkulieren, dass wir 15 bis 20 Minuten früher ankommen. Beim kleinen Mittelständler um die Ecke reichen zehn Minuten; bei einem Großkonzern sind 20 Minuten besser. Fahren Sie die Strecke falls möglich ab, um eventuelle Probleme zu erkennen und Sicherheit zu gewinnen! So stellen Sie schlechte Parkmöglichkeiten, Baustellen, gesperrte Ausfahrten oder ein komplizierter Weg von der Haltestelle zum Unternehmen vor keine zeitlichen Probleme. Vor Betreten des Firmengeländes: HANDY AUS!

  3. „Wer sind denn Sie?“
  4. Verwenden Sie ein aktuelles Bewerbungsbild! Es sollte maximal sechs Monate alt sein. Andernfalls könnte Ihnen diese Frage gestellt werden, da zum Beispiel die Frisur, der Bart oder die Brille vermisst werden oder verwirren. Diese optische Wirkung sollte man nicht unterschätzen, denn schon oft haben enttäuschte Erwartungen den Job gekostet – denn welcher Personaler kann sich bei einem schlechten Bauchgefühl auf den Bewerber konzentrieren?

  5. Mickey-Maus-Socken, Simpsons-Krawatte und tiefe Einblicke
  6. Geschäft © Konstantin Yuganov - Fotolia.comDa man den Job noch nicht in der Tasche hat und daher niemanden fragen kann, wie der Dresscode lautet, muss man sich auf die Website-Informationen verlassen und seinen klaren Verstand. Wie stellt sich das Unternehmen dar? Overdressed ist angenehmer und schadet Ihrem Image weniger als underdressed. Eine Krawatte oder ein Jackett sind eher schnell und unauffällig ausgezogen als aus dem Ärmel gezaubert.

  7. Nuschelnder Knochenbrecher
  8. Reden Sie deutlich, stellen Sie sich mit Vornamen und Familienname vor und achten Sie auf einen angenehmen Händedruck – weder toter Fisch noch Knochenbrecher! Sollte Ihnen keine Hand gereicht werden, behalten Sie Ihre Hände bei sich!

  9. Ungefragt hinsetzten
  10. Warten Sie in einem Raum, setzen Sie sich nur nach Aufforderung. Das gleiche gilt, wenn Sie in einen Raum gebeten werden, wo auf Sie gewartet wird. Sind Sie unsicher, fragen Sie besser nach, ob und wohin Sie sich setzen dürfen!

  11. Kleine Unterstützung für den Denkapparat
  12. Arbeit1 © pressmaster - Fotolia.comFragen Sie nach, ob Sie mitschreiben dürfen und notieren Sie sich wichtige Punkte: Name der Anwesenden und deren Position im Unternehmen, Gehalt, Vertragsbeginn, Änderungen nach der Probezeit und alle anderen Aspekte, die wichtig sein könnten – aber nicht zu viel mitschreiben, dies könnte Ihnen als Unsicherheit oder Unhöflichkeit ausgelegt werden.

  13. Verbale und nonverbale Kommunikation widersprechen sich
  14. Nehmen Sie eine für Sie bequeme, aufmerksame Körperhaltung ein. Halten Sie Blickkontakt zu allen Anwesenden, zu allen in gleichem Maße und natürlich in erster Linie zu demjenigen, der spricht oder Sie etwas gefragt hat. Üben Sie zu Hause vorm Spiegel oder mit anderen. Was fällt auf? Was wirkt positiv, was ist verbesserungswürdig? Es ist eine Herausforderung sich auf bis zu drei Personen gleichzeitig zu konzentrieren.

  15. Unklare Job- und Gehaltsvorstellungen sowie unstrukturierte Vita
  16. Laptop © ioannis kounadeas - Fotolia.comGute Vorbereitung ist die halbe Miete. Das bedeutet, man sollte alles, was das Internet zum Unternehmen hergibt, lesen und sich die wichtigsten Informationen merken. Üben Sie Ihren Lebenslauf ein; fangen Sie nicht im Kindergarten an und gehen Sie nicht zu sehr ins Detail! Wenn etwas interessiert, wird der potenzielle Arbeitgeber nachfragen. Erzählen Sie spannend und charmant!

  17. „Haben Sie noch Fragen?“ – „Nööö!“
  18. Ein eigener Fragenkatalog macht Sie interessant, zeigt Ihre Neugier sowie wahres Interesse an der Position und hebt Sie so hervor. Intelligente und spannende Fragen sagen mehr über Sie aus, als gut einstudierte Antworten.

  19. Hollywood, ich komme!
  20. Die meisten Arbeitgeber schätzen Authentizität und Offenheit im Bewerbungsgespräch. Versuchen Sie daher, Sie selbst zu sein und sich nicht zu verstellen. Wenn Sie schauspielern, um zu gefallen, stehen die Fettnäpfchen bereit: Sie müssen sich auf ihre Schauspielkunst konzentrieren und können Ihrem Gesprächspartner nicht Ihre gesamte Aufmerksamkeit schenken. Sie haben Erfolg und bekommen den Job, verlieren ihn aber bald wieder oder fühlen sich unwohl, da der forsche, gutgelaunte und neugierige Bewerber in Wirklichkeit ein eher ruhiger und zurückhaltender Zeitgenosse ist – oder umgekehrt.

Bonus-Luxus-Tipp: Wie Du mir so ich Dir!

Handshake © ioannis kounadeas - Fotolia.comBeim Vorstellungsgespräch geht es um ein gegenseitiges Kennenlernen. Nicht nur Sie müssen gefallen, die Stelle muss auch Ihnen gefallen, wie das Beispiel einer Kundin zeigt: Sie hatte aus verschiedenen Gründen beim Vorstellungsgespräch kein gutes Gefühl – bekam jedoch eine Zusage für die Stelle. Da sie selbst nicht überzeugt war, hat sie stilvoll „Nein“ gesagt.

Also nicht vergessen: Was bringt einem ein Job, den man so schnell wie möglich wieder loswerden möchte? Oftmals hat man den Luxus, noch ein paar Monate länger auf den Traumjob zu warten. So steigen die Chancen, im kommenden Job nicht nur erfolgreich zu werden, sondern sich auch wohl zu fühlen.

Und im nächsten Beitrag der „Imageberatung Germann“ mehr zum Thema: Stilvoll „Nein!“ sagen.

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Alena Germann ist Inhaberin der Imageberatung Germann – authentic image und berät in dieser Funktion Firmenkunden in puncto Business-Dresscode und Business-Knigge. Darüber hinaus bietet sie für Privatkunden Farb- und Stilberatungen an.


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