Kritik: Der Hobbit wagt sich in „Smaugs Einöde“

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Vor gut einem Jahr startete mit Der Hobbit: Eine unerwartete Reise der erste Teil der dreiteiligen Verfilmung des Klassikers von J. R. R. Tolkien in den deutschen Kinos. Damals zeigten sich Kritiker und Zuschauer unisono erleichtert, denn dieser Film war aller Unkenrufe zum Trotz sehr gut gelungen. Mitte Dezember 2013 lief nun der zweite Teil „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ in den Kinos an. Gespannt hatte ich auf diese Fortsetzung gewartet – wurde jedoch etwas enttäuscht.

Der Inhalt von „Der Hobbit: Smaugs Einöde“

Nachdem Bilbo und die Zwerge am Ende des ersten Teils der mordenden Orkbande nur knapp entkommen sind, schlagen sie sich weiter ihren Weg durch die Wildnis. Durch den Düsterwald und über Seestadt gelangen sie schließlich bis zum Einsamen Berg in ihre alte Heimat Erebor – jedoch müssen sie sich unterwegs und am Ziel ihrer Reise vielen Feinden und Gefahren stellen. Unterdessen macht sich Gandalf auf die Suche nach dem düsteren Nekromanten.

Meine Meinung zu „Der Hobbit: Smaugs Einöde“

Die erste Verfilmung orientiert sich sehr stark an der Romanvorlage und weicht meiner Ansicht nach nur in wenigen Details davon ab. Diese Abweichungen kann man durchaus mit künstlerischer Freiheit begründen und entschuldigen. Doch im zweiten Teil „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ scheinen mit dem guten Peter Jackson etwas die Pferde durchgegangen zu sein: Legolas wird zu einer tragenden Figur – obwohl er im Buch noch nicht einmal erwähnt ist. Eine Liebesgeschichte wird gesponnen, die den weiteren Verlauf der Geschichte verzerrt. Und Kämpfe werden herbeigedichtet, welche die Romanvorlage nicht einmal im Ansatz hergibt.

Wenn man ein 350-Seiten-Buch auf fast 500 Minuten Filmlänge aufbauschen will, muss man sich etwas einfallen lassen, das ist ganz klar. Da werden dann Details auf epische Größe aufgeblasen, neue Charaktere eingeführt und Gruppen geteilt, die eigentlich zusammengehören.

Ist das gut für das Ergebnis? Für das Einspielergebnis an den Kinokassen ganz bestimmt, denn so kann man drei Mal abkassieren. Beim künstlerischen Ergebnis habe ich jedoch meine Zweifel, denn ein Film bekommt zwangsläufig Längen, wenn er Dinge erzählt, die für die Handlung egal sind. Und diese Längen sind es auch, die die Figur in den Hintergrund drängen, der wir dieses Abenteuer überhaupt verdanken: den Hobbit. Bilbo wird im zweiten Teil zu einer Randfigur degradiert. Wenn uns das damals in der Schule passiert wäre, hätte das Urteil gelautet: Thema verfehlt!

Nach meiner 1A-Bewertung für den ersten Teil „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ stufe ich den zweiten Teil „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ daher nur noch als mittelmäßig ein. An Actionszenen und bildgewaltigen Darstellungen mangelt es der Fortsetzung zwar nicht, doch ist sie sehr viel langatmiger und stellenweise schon fast Zeitverschwendung.

Trailer für „Der Hobbit: Smaugs Einöde“



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