Buchbesprechung: Dan Brown mit „Inferno“ zu alter Stärke

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Noch 22 Tage bis Weihnachten. Wer noch eine Geschenkidee für eine Leseratte sucht, könnte vielleicht „Inferno“ in Betracht ziehen, den neuesten Roman von Dan Brown. Dies ist schon das vierte Abenteuer, das dieser seinem Helden Robert Langdon zumutet. Doch von Ermüdungserscheinungen merkt man hier nichts (nach einem kleinen Durchhänger beim dritten Robert-Langdon-Thriller). Die Geschichte ist wieder hervorragend konstruiert und sehr spannend. Und sie bietet Stoff zum Nachdenken – was man einem Mainstream-Thriller gar nicht zutrauen würde.

Klappentext von „Inferno“

Mein Geschenk ist die Zukunft. Mein Geschenk ist die Erlösung. Mein Geschenk ist – Inferno. Robert Langdon ist zurück – und der Held aus Dan Browns Weltbestsellern ILLUMINATI, SAKRILEG und DAS VERLORENE SYMBOL hat sein wohl größtes Abenteuer zu bestehen. Dante Alighieris »Inferno«, Teil seiner »Göttlichen Komödie«, gehört zu den geheimnisvollsten Schriften der Weltliteratur. Ein Text, der vielen Lesern noch heute Rätsel aufgibt. Um dieses Mysterium weiß auch Robert Langdon, der Symbolforscher aus Harvard. Doch niemals hätte er geahnt, was in diesem siebenhundert Jahre alten Text schlummert. Gemeinsam mit der Ärztin Sienna Brooks macht sich Robert Langdon daran, das geheimnisvolle »Inferno« zu entschlüsseln. Aber schon bald muss er feststellen, dass die junge Frau ebenso viele Rätsel birgt wie Dantes Meisterwerk. Und erst auf seiner Jagd durch halb Europa, verfolgt von finsteren Mächten und skrupellosen Gegnern, wird ihm klar: Dantes Werk ist keine Fiktion. Es ist eine Prophezeiung. Eine Prophezeiung, die uns alle betrifft. Die alles verändern kann. Die Leben bringt. Oder den Tod.

Meine Meinung zu „Inferno“

Meine Meinung zu den meisten anderen Werken von Dan Brown kennt ihr ja schon. Und nachdem ich von seinem letzten Roman „Das verlorene Symbol“ ziemlich enttäuscht war, war ich gespannt, ob mit Inferno (Hörbuch) der Abwärtstrend gestoppt oder fortgesetzt würde. Ich kann euch beruhigen: Dan Brown hat seine Hauptfigur Robert Langdon am Schlafittchen gepackt und in ein neues spannendes und kurzweiliges Abenteuer geworfen.

Hier muss der Harvard-Professor all sein Wissen einsetzen, um das dunkle Geheimnis zu entschlüsseln. Immerhin steht viel auf dem Spiel: das Leben der halben Menschheit. Dan Brown versteht es wieder einmal hervorragend, detailgetreue Schauplätze mit seiner fiktiven Geschichte zu verweben. Oberflächlich entsteht so ein spannender Wettlauf gegen die Zeit.

Das grundlegende Thema ist jedoch weit von einer profanen Schnitzeljagd entfernt: Unsere Welt steht vor dem Abgrund. Die Bevölkerungsexplosion und das Schwinden der natürlichen Ressourcen haben unseren Planeten an die Grenzen seiner Belastbarkeit getrieben. Was können wir tun, um dem entgegen zu wirken? Und was könnte vielleicht ein einzelner Fanatiker tun, um uns die Augen zu öffnen.

Eigentlich hatte ich die Werke Dan Browns für mich als oberflächliche, wenn auch spannende und sehr gut konstruierte Unterhaltungslektüre verbucht. Und obwohl auch sein neuestes Werk diese Kriterien erfüllt, ist „Inferno“ ein Roman, der lange nachwirkt.


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