Zwei Flohmarkt-Debütanten – mit großem Erfolg

Print Friendly

Seit dreieinhalb Jahren wohnen meine bessere Hälfte und ich nun zusammen. Und die ersten drei Jahre davon ermahnten wir uns ständig, wir müssten unbedingt auf einen Flohmarkt gehen. Küchenutensilien und Dekoration, Klamotten und DVDs, unpassende Geschenke und Bücher – wir hatten wahrlich genug Zeug in doppelter und dreifacher Ausfertigung. Diesen Sommer war es endlich soweit und wir schleppten uns auf den Flohmarkt, der jeden Samstag nur einen Kilometer entfernt stattfindet. Dabei haben wir einige Erkenntnisse gewonnen, die ich heute mit euch teilen will.

Was ist das Ziel, wenn man sein Hab und Gut auf einen Flohmarkt zerrt? Dass man es nicht wieder mit nach Hause nehmen muss! Um dieses Ziel zu erreichen, sollte man sich von utopischen Preisvorstellungen trennen. Wer seine nie getragenen, 120-Euro-Sandalen auf dem Flohmarkt verkaufen will, braucht nicht zu erwarten, dass er einen angemessenen Preis dafür bekommt. Drei Euro wären hier wohl das Ende der Fahnenstange. Also nehmt sie gar nicht erst mit, wenn ihr 20 Euro oder mehr wollt! Ihr ärgert euch nur über die unverschämten Kaufangebote.

Was haben wir bei unserem Ausflug auf den Flohmarkt gelernt?

  • Früh aufstehen …
  • … denn rechtzeitiges Erscheinen sichert wortwörtlich die besten Plätze.

  • Noch vor Öffnung die besten Stücke präsentieren …
  • … denn professionelle Händler kaufen gerne Sachen vom Fleck weg. Hier kann man einige gute Geschäfte machen. So haben wir einen großen (unbrauchbaren) Koffer mit rund 50 DVDs und ca. 40 CDs für 60 Euro losgeschlagen. Sicherlich hätte man einen höheren Erlös erzielen können, wenn man alle Teile einzeln verkauft hätte. Doch die Betonung liegt hier auf WENN! Der Händler, der unseren Koffer gekauft hatte, hatte kurz vor Ende des Flohmarkts immer noch dreiviertel unserer DVDs und CDs herumliegen. Und wir waren happy, dass wir sie nicht wieder mit nach Hause nehmen mussten.

  • Übersichtliche Darbietung …
  • … ist der halbe Verkauf. Wir hatten einen Klapptisch dabei, auf dem wir Deko-Artikel und Spiele anrichteten. In Klappkisten auf dem Boden steckten die Bücher so, dass man die Buchrücken lesen konnte und unsere Kleider präsentierten wir auf einem ordentlichen Kleiderständer, den uns eine Freundin geliehen hatte. So war das Stöbern einfach und die Kunden erkannten schnell, ob sie etwas kaufen wollten.

  • Bücher …
  • … gehen überhaupt nicht! Von meinen mehr als 100 Stück habe ich gerade einmal 15 verkaufen können. Den Rest habe ich ins Second-Hand-Kaufhaus gebracht. Schließlich wollte ich sie nicht wieder in die Wohnung schleppen.

  • Man soll es kaum glauben, …
  • … doch die Leute kaufen keinen Müll! Wir hatten nur Dinge dabei, die gut erhalten waren und die wir auch selbst noch benutzt hätten. Am Nachbarstand war ein semi-professioneller Händler, der schlichtweg nur Mist für einen Euro anbot. Er hatte am Ende des Tages Waren im Wert von 20 Euro verkauft – da hatte er mehr für seine Doppelstandmiete ausgegeben.

  • Die Schnäppchenjäger kommen zum Schluss …
  • … daher kann es sich lohnen, erst ganz am Ende die Reste wieder einzupacken. Vielleicht wird man kurz vor Schluss noch etwas los.

Jetzt wisst ihr, wie wir uns auf unserem ersten Flohmarktbesuch verhalten haben. Schlecht war unsere Ausbeute nicht, denn mit zwei vollbeladenen Autos sind wir angerollt – und die Reste haben dann locker in mein kleineres Auto gepasst. Für die Standmiete hatten wir 15 Euro investiert; unser Reingewinn lag damit bei 260 Euro.

Übrige Kleidung flog danach in die Altkleidersammlung, die Bücher gingen ins Second-Hand-Kaufhaus und andere Stücke in den (Sperr-)Müll. Jetzt können wir in unserer Wohnung wieder durchatmen und haben dabei gutes Geld verdient. Was will man mehr?

Eure Meinung

Sind unter euch ein paar versierte Flohmarkt-Verkäufer? Was könnt ihr uns sonst noch raten?