5 Tipps für den richtigen Umgang mit Kritik im Job

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Keiner von uns wird gerne kritisiert. Das behaupte ich einfach frech, denn ich kenne niemanden, der sich freut, wenn er gesagt bekommt, was er angeblich alles falsch macht. Trotzdem kommen wir sowohl beruflich als auch privat nicht um solche Unterhaltungen herum. Während wir im Privatleben meist wissen, wie wir kritische Worte mancher Mitmenschen einordnen können, fühlen wir uns im Beruf oft überfordert oder ungerecht behandelt. Doch gibt es ein paar Regeln, wie wir auf Kritik von Vorgesetzten und Kollegen reagieren können.

  1. Zuhören und Interesse zeigen
  2. Wenn wir im Job kritisiert werden, sollten wir diese Kritik weder leichtfertig abtun, noch uns zu sehr zu Herzen nehmen. Damit wir wissen, was unser Gegenüber genau stört, sollten wir daher professionell zuhören und ihn ausreden lassen. Wenn wir ihn nicht verstehen oder anderer Meinung sind, sollten wir zunächst nachfragen und uns konkrete Beispiele nennen lassen. So erkennen wir, ob der andere vielleicht Recht hat – oder sich nur an uns abreagieren will.

    Ich verstehe sie nicht ganz. Was genau meinen Sie damit? Bitte nennen Sie mir konkrete Beispiele!

  3. Sachliche Kritik einfordern
  4. Stichwort: Abreagieren. Nein, auch wenn wir auf unseren Arbeitsplatz angewiesen sind, sind wir trotzdem keine Sklaven, die sich alles gefallen lassen müssen. Werden wir beleidigt oder angebrüllt, ist es unser gutes Recht, einen sachlichen Umgangston einzufordern. Denn Kritik im Beruf sollte immer sachlich, konstruktiv und höflich sein.

    Ich kann verstehen, dass Sie Ihren Standpunkt klarmachen wollen. Doch bitte ich Sie um einen sachlicheren Tonfall.

  5. Niemals rechtfertigen
  6. Die oberste Regel bei jeder Kritik lautet: Rechtfertigt euch niemals! Wer sich rechtfertigt, gibt vorschnell zu, dass der andere mit seiner Kritik Recht hat und liefert sogleich die Gründe für sein Fehlverhalten. Sich nicht zu rechtfertigen ist wahnsinnig schwierig, vor allem, wenn man sich zu Unrecht beschuldigt sieht. Nichtsdestotrotz dürfen wir bei jeder Kritik sagen, dass wir anderer Meinung sind. Denn unsere eigene Meinung müssen wir uns nicht verbieten lassen.

    Sie werden sicherlich verstehen, dass ich da anderer Ansicht bin.

  7. Zeit zum Nachdenken ausbitten
  8. Geschäft © Reicher - Fotolia.comWenn wir brav zugehört und nachgefragt haben, nicht der Versuchung erlegen sind, uns zu rechtfertigen und unser Gegenüber mit seiner Kritik fertig ist, wird er wünschen, dass wir sofort darauf antworten. Dazu sollten wir uns jedoch keineswegs drängen lassen – ein Fehler, den ich IMMER gemacht habe. Entsprechend sahen meine Antworten auch aus.
    Stattdessen sollten wir uns etwas Zeit ausbitten, in der wir in uns gehen können. Das ist nur fair, denn schließlich trifft uns negative Kritik meist unerwartet. Und außerdem hatte der andere auch Zeit, seine kleine Rede vorzubereiten. Daher: Vereinbart einen Termin für ein zweites Gespräch, an dem ihr eure Sicht der Dinge präsentieren könnt.

    Ich würde Ihre Anreize gerne überdenken. Können wir uns morgen noch einmal zusammensetzen?

  9. Aus Kritik lernen
  10. Zwischen dem ersten Gespräch und unserer Antwort sollten wir die Zeit nutzen und prüfen, ob die Kritik angebracht war oder nicht. Denn nicht jede negative Äußerung sollten wir zum Anlass nehmen, uns zu ändern. Vielleicht tun wir bestimmte Dinge nicht, weil sich ein anderer Weg als besser erwiesen hat. Oder wir erkennen, dass die Kritik vollkommen unangebracht war oder auf falschen Annahmen beruhte. In diesen Fällen sollten wir Beispiele und Begründungen liefern, die die Argumente des anderen entkräften.
    Wenn die Kritik jedoch angebracht war, sollten wir sie beherzigen und bereits überlegen, wie wir unser Verhalten oder Vorgehen ändern können. Hierfür ist es praktisch, wenn wir unser Gegenüber bereits beim ersten Gespräch nach Verbesserungsmöglichkeiten gefragt haben. So sieht er, dass wir uns für das interessieren, was er sagt – und uns fällt die Besserung leichter.


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