An Tagen wie diesen … wünsch ich mir ‘ne fette Grippe!

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Was hätte ich darum gegeben, heute Morgen einfach im Bett liegen bleiben zu dürfen. Schon gestern Abend hatte ich mir Halsschmerzen gewünscht, eine verstopfte Nase und Fieber – gerade genug, damit ich heute Morgen einfach die Decke über den Kopf hätte ziehen und mich vor der Welt hätte verstecken können. Doch nix war’s! Ich musste aufstehen und mich den jüngsten Aufregern stellen. Dabei hatte das Unheil schon am Freitag seinen Lauf genommen.

  • Zuerst … bekam ich einen Strafzettel von einer Politesse, weil ich meine Parkzeit ein paar Minuten überschritten hatte. Ich war schon auf dem Weg, um einen neuen zu ziehen, erklärte ihr meine Verspätung und sie hatte noch nicht einmal mit Tippen angefangen. Doch braucht ihr ja nicht denken, dass diese … Dame … ein Einsehen gehabt hätte. Zehn Euro ärmer und um die Erkenntnis reicher, dass die tatsächlich ALLE so sind wie ihr Ruf.
  • Dann … durfte ich feststellen, dass das von mir gebuchte Seminar eine einzige Fehlinvestition war. Thema: Digitale Textvermarktung. Und das wortwörtliche Fazit des Referenten lautete: Digitale Textvermarktung ist de facto nicht möglich. Danke für’s Gespräch! Gesamtschaden: 100 Euro und ein kompletter Arbeitstag.
  • Danach … führte mich mein Navi an der Nase herum, ließ mich ein ca. 70-jähriger alter Simpel nicht die Spur wechseln, weshalb ich einen Umweg fahren musste, und stand ich drei Mal im Stau. Feierabend wird aber auch überbewertet.
  • Und zu guter Letzt … durfte ich feststellen, dass ich auf dem Postweg beklaut wurde. Erneut ein Schaden von 120 Euro. Und daneben lag eine Arztrechnung über fast 300 Euro. Olé, olé!

Gegen den Strafzettel kann ich nichts machen. Ebenso wenig bekomme ich die Zeit zurück, die ich im Stau vergeudet habe. Und auch die Arztrechnung muss ich zahlen. Haken dran!

Doch die anderen beiden Sachen kann ich selbstverständlich nicht auf mir sitzen lassen – auch wenn ich überhaupt keine Lust und Zeit habe, mich mit solchen unangenehmen Dingen zu befassen. Entsprechend übellaunig war ich gestern Abend und heute Morgen. Denn die Aussicht auf solch blöde Nebenkriegsschauplätze trübte mir die Vorfreude auf die neue Woche.

Ihr fragt euch: Warum erzählt sie das? Wo bliebt der Tagestipp?

Seit Freitag habe ich mich verrückt gemacht und mich immer wieder aufgeregt. Warum gerade ich? Warum immer so geballt? Das bringt doch sowieso alles nichts! Ich schmeiß alles hin und werde Prinzessin! Piens, piens, piens! Und was hat es mir gebracht?

Heute Morgen habe ich mich um den Diebstahl gekümmert – und wie es aussieht, muss ich den Schaden nicht tragen. Und eine böse E-Mail an den Seminarveranstalter habe ich auch geschrieben. Selbst wenn das monetär nichts bringen wird, fühle ich mich trotzdem erleichtert und besser.

Und wieder einmal muss ich zugeben, dass mein Schatz recht hat: Nicht immer aufregen – vor allem nicht über Dinge, die man sowieso nicht ändern kann! Sicherlich gibt es Phasen im Leben, in denen alles zusammen kommt. Doch auch diese gehen wieder vorbei. In der Zwischenzeit bringt es nichts, wenn wir verschüttete Milch beweinen oder uns über Dinge aufregen, die noch gar nicht entschieden sind.

Mit einer (zumindest partiellen) „Scheiß-egal-Einstellung“ lebt es sich leichter!