Wie viel privates Surfen am Arbeitsplatz ist erlaubt?

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Fast jeder hat es schon einmal getan. Die meisten von uns sogar mehrfach. Viele denken sich nichts dabei. Andere handeln bewusst gegen die Regeln. Und wieder andere sehen es als ihr natürliches Recht an. Die Rede ist vom privaten Internet-Surfen am Arbeitsplatz. Dabei ist gerade die letzte Gruppe schief gewickelt, denn ein Recht auf private Internet-Nutzung am Arbeitsplatz haben wir nicht. Im Gegenteil: Unser Arbeitgeber hat ein Recht darauf, dass wir uns im Büro voll und ganz unseren Pflichten widmen.

Striktes Verbot

Aus diesem Grund ist es auch absolut legitim, wenn ein Arbeitgeber ein striktes Surf-Verbot am Arbeitsplatz ausspricht. An ein solches Verbot müssen wir uns halten, andernfalls drohen uns eine Abmahnung oder sogar Kündigung.

Doch auch wenn kein generelles Verbot ausgesprochen wurde, ist privates Surfen im Büro grundsätzlich unzulässig. Denn unser Arbeitgeber bezahlt uns für unsere Arbeitsleistung – diese können wir jedoch nicht erbringen, wenn wir Konzerttickets kaufen oder unsere privaten E-Mails abrufen.

Erlaubnis und Duldung

Wird der Ausflug zu ebay u. ä. jedoch ausdrücklich erlaubt bzw. stillschweigend geduldet, sind wir etwas freier in unserer Zeiteinteilung und können auch mal unseren Kontostand prüfen oder schnell ein Geburtstagsgeschenk bestellen. Doch selbst in diesem Fall darf das private Surfen nicht ausufern.

So haben bereits Gerichte entschieden, dass ein Arbeitgeber eine Abmahnung aussprechen darf, wenn wir mehr als 15 Minuten pro Acht-Stunden-Arbeitstag surfen. Vergnügen wir uns mehr als eine Stunde täglich im WWW, darf er uns sogar kündigen – selbst wenn die private Internet-Nutzung generell erlaubt ist.

Wie ihr seht, gibt es viele Ausnahmen und Fallstricke, wenn ihr im Büro privat ins Netz geht. Daher ist es immer besser, wenn ihr vorher fragt, ob ihr den Internet-Zugang auch privat nutzen dürft. Wenn es verboten ist, solltet ihr euch unbedingt daran halten. Wenn es erlaubt ist, dürft ihr es trotzdem nicht übertreiben.

Übrigens …

Ähnliche Regeln gelten, wenn ihr ein Smartphone besitzt und auf eure eigenen Kosten surft: Denn auch dies hält euch von der Arbeit ab und kann im schlimmsten Fall eine Abmahnung oder Kündigung nach sich ziehen.