Blogparade: Das Leiden der Partner bei manchen Hobbys

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Ja, es gibt auch Männer, die stricken. Einer von ihnen ist Lutz und er schreibt über sein Hobby in seinem Blog „Maleknitting“. Außerdem hat er eine Blogparade gestartet unter dem Motto Das Leiden der Partner. Gemeint ist hierbei das Leiden, das manche Partner infolge der Hobbys ihrer Liebsten erdulden müssen. Auch ich habe hierzu meinen Senf abzugeben. Daher folgen nun ein paar Episoden und ein ernst gemeinter Tipp.

Episode 1: Die dunkle Bedrohung

Seit Jahren will ich lernen, Gitarre zu spielen. Das Instrument steht seit meinem 16. Geburtstag griffbereit da: zuerst in meinem Jugendzimmer, dann auf dem Dachboden meiner Eltern, dann in meiner eigenen Wohnung, dann wieder auf dem Dachboden meiner Eltern und nun in der Wohnung, die mein Schatz und ich gemeinsam bewohnen. Seit Jahren träume ich davon, wie schön es doch wäre, wenn ich am Lagerfeuer im Garten zur Klampfe greifen könnte. Dabei habe ich immer im Hinterkopf, dass ich keine Noten lesen kann und eigentlich auch keine Zeit habe.

Mein Schatz wollte mir trotzdem etwas Gutes tun und schenkte mir vor drei Jahren zu Weihnachten ein paar Gitarrenstunden. Zunächst dauerte es zwei Jahre, bis ich das erste Mal hinging. Dann hatte ich keine Zeit zu üben (oder zu viel Scheu – mich könnte ja jemand hören). Und heute, ein weiteres Jahr später, steht die Gitarre wieder kurz vor ihrem Abtransport auf den Dachboden. Dieses Mal immerhin unseren eigenen.

Das Leiden meines Partners? Viel Einsatz, Motivation und Unterstützung für nichts und wieder nichts. Sorry, Schatz, aber ich bin unfähig und will mit meinen schiefen Tönen nicht zu einer dunklen Bedrohung für unsere Freunde werden.

Episode 2: Eine neue Hoffnung

Basteln3 © Sandra SchwarzDie erste Episode zeigte mir deutlich, dass ich nicht für Hobbys geschaffen bin, bei denen man viel üben muss, um besser zu werden. Ich habe meine Lehren daraus gezogen und mir zwei neue Hobbys gesucht: Zum einen versuche ich mich gerade mit der Stricknadel (Bericht folgt). Zum anderen werde ich mich künftig beim Basteln entspannen – soweit das meine zwei linken Hände zulassen. Hier habe ich schon einmal eine Liebeserklärung aus Holz, Nagel und Faden gefertigt und einen ersten Versuch in Sachen Kartendesign gestartet. Zugegebenermaßen war mein erstes Werk noch nicht ganz so hübsch, aber das wird schon noch. Denn ab sofort plane ich, bevor ich zur Schere greife (s. Bild).

Ich bin zuversichtlich, dass ich meine neuen Hobbys sehr viel ernsthafter und erfolgreicher betreiben werde. Denn bei diesen Beschäftigungen muss ich nicht regelmäßig am Ball bleiben, sondern kann ihnen nachgehen, wann es mir passt. Doch während bei mir Zuversicht herrscht, schlägt mein Holder Alarm und befürchtet, dass ich zu einer Mischung aus Hausmütterchen und Supertussi mutiere. Schau’n mer mal. Aber ich glaube es nicht.

Episode 3: Das Imperium schlägt zurück

Doch nicht nur ich kann in puncto Hobbys schwierig werden. Umgekehrt bringt mein Schatz auch mich manchmal an die Grenzen der Belastbarkeit. Dies ist immer dann der Fall, wenn für seine Hobbys ganze Wochenenden draufgehen und unsereins allein daheim herumsitzt. Doch ich bin ja flexibel und kann in dieser Zeit künftig Karten basteln, stricken und nebenbei Hörbuch hören. Drei Hobbys auf einen Streich – das muss mir erst einmal jemand nachmachen.

Mein Tipp für leidende Partner

Wer immer doof nebendran sitzt oder auf seinen Partner warten muss, ist sicherlich frustriert. Die Lösung ist in diesem Fall: Sucht euch selbst ein Hobby oder macht euch das Hobby eures Partners zu eigen! Entweder nutzt ihr die Zeit für Dinge, die euch selbst Spaß machen. Oder ihr schraubt mit eurem Partner an der alten Kiste herum oder massiert ihm zwischen den Wettkämpfen den Nacken. Hauptsache, ihr habt Spaß!

Jeder Mensch braucht Freiraum. Wenn sich euer Partner diesen gönnt, könnt ihr das ebenso. Allerdings sollte man immer im Auge behalten, dass die Hobbys nicht zu viel gemeinsame Zeit auffressen und man am Ende nicht nur noch nebeneinander her lebt.


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