Liebeskummer lohnt sich nicht, my Darling!

Print Friendly

Jeder Mensch hat seine eigene Methode mit Liebeskummer fertig zu werden. Die einen heulen sich in den Schlaf, die nächsten tanzen ihren Frust in der Disko weg und wieder andere stürzen sich in die Arbeit. Erlaubt ist, was über die erste schwere Zeit nach einer Trennung hinweghilft. Jedoch sollten wir nicht allzu lange trauern, denn unser Leben geht weiter und will gelebt werden.

Rückblickend kann ich sagen, dass mein Verhalten nach einer Trennung unbewusst immer einem Drei-Punkte-Plan folgte.

Phase 1: Gehen lassen

Immer wenn ich wieder frisch gebackener Single war, igelte ich mich in meinen vier Wänden ein und „genoss“ den Schmerz in vollen Zügen: Ich legte traurige Musik auf, die zu meinen traurigen Gedanken passte. Ich schaute schnulzige Filme, die mich in meiner Ansicht bestätigten, der einzige ungeliebte Mensch auf der Welt zu sein. Und ich erfüllte das typische Klischee und futterte tonnenweise Schokolade und Eis-Creme. Diese Phase dauerte jedoch nie lange. Nach wenigen Tagen war ich bereit für Phase 2.

Phase 2: Zusammenreißen

Dann war die Zeit gekommen, sich mit Freundinnen zu treffen und die Sachlage zu erörtern. Objektive Analysen lieferten die ersten Gespräche nie, sondern gipfelten meist in wüsten Beschimpfungen und Verwünschungen. In weiteren Gesprächen gewann irgendwann die Vernunft Oberhand, so dass doch noch sachliche Diskussionen zu dem Thema Trennung geführt wurden. Manche Menschen schmieden in solchen Situationen Pläne, wie sie ihren Ex zurückgewinnen können. Wenn diese Pläne nicht nur emotional sondern auch rational sinnvoll sind, spricht nichts gegen solch einen Versuch. Für mich hingegen stand das nie zur Debatte, denn nach der ersten, kurzen Schockphase war ich doch irgendwie immer erleichtert, den Typen los zu sein. Mit dieser Einsicht gewappnet, startete ich nur wenige Tage später in die letzte Phase.

Phase 3: Nach vorne blicken

In dieser Phase ist man rein äußerlich über den Berg und verhält sich auch so. Da wurden die Haare gefärbt und neue Klamotten gekauft; mit den Mädels machte ich die Diskos und Kneipen unsicher und hatte sichtlich viel Spaß. Innerlich mag ich vielleicht noch verletzt gewesen sein – doch hatte ich bereits beschlossen, dass das keine Rolle mehr spielen durfte. Und mein Leben hatte mich wieder.

Sicherlich wird der eine oder andere jetzt einwenden: Dann warst du auch nicht richtig verliebt! Das würde ich so nicht unterschreiben. Jedoch stellte ich mir immer schon am Ende von Phase 1 folgende Frage: Warum heule ich eigentlich um jemanden, der mich ganz offensichtlich nicht will? Diese Frage tut höllisch weh. Aber sie hilft dabei, loszulassen und nach vorne zu schauen.


Comments are closed.