Vorteile und Nachteile von Kundenkarten

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Vor längerer Zeit im Drogeriemarkt: Die Verkäuferin fragt den älteren Herrn vor mir, ob er eine Paypack-Karte habe. Der Alte blafft sie an: „Was wollen Sie? Reden Sie gefälligst Deutsch mit mir!“ Die Verkäuferin stammelt: „Ähm, äh, haben Sie eine Zahl-Zurück-Karte?“ Und Klein-Sandra biegt sich innerlich vor Lachen.

Mit dem Begriff „Kundenkarte“ hätte der alte Stinkstiefel wohl etwas mehr anfangen können, als mit einer „Zahl-Zurück-Karte“. Aber genug dazu, kommen wir zum eigentlichen Thema dieses Beitrags: Was sind die Vor- und Nachteile von Kundenkarten? Und sollte man bei dieser weit verbreiteten Sammelleidenschaft mitmachen?

Vorteile von Kundenkarten

Die Payback-Karte und die Deutschland-Karte sind wohl die bekanntesten Kundenkarten Deutschlands. Doch haben auch viele Leute eine IKEA-Family-Card, eine Tchibo-Karte, eine Esprit-Kundenkarte, Karten vom Lieblingsbaumarkt, das Stempelheftchen vom Bäcker und so weiter. Allen Karten liegt ein Prinzip zugrunde: sammeln und dadurch sparen.

  • Punktesammeln für spätere Belohnung
  • Wer beim Bezahlen im Supermarkt, Möbelhaus oder Mode-Laden immer fleißig seine Kundenkarte vorzeigt, sammelt mit jedem Einkauf Treuepunkte. Diese kann man bei Erreichen bestimmter Höhen in Sachprämien umwandeln, sich auszahlen oder auf den nächsten Einkauf anrechnen lassen.

  • Teilnahme an Rabatt- und Sonderaktionen
  • Mit dem Antrag für die Kundenkarte gibt man seine Kontaktinformationen weiter und erhält ab sofort regelmäßig Rabatt-Coupons und Gutscheine für Sonderaktionen. Diese helfen entweder beim Punktesammeln oder gewähren Extra-Vorteile, die „normale“ Kunden nicht haben.

  • Hinweis auf aktuelle Angebote
  • Zudem ist man den Kunden ohne Kundenkarte meist einen Schritt voraus, wenn es um neue Produkte oder Veranstaltungen geht.

Nachteile von Kundenkarten

Bei all diesen Vorteilen gibt es auch einige Nachteile von Kundenkarten, die nicht von der Hand zu weisen sind:

  • Zu Mehrausgaben verführt
  • Oh, da gibt es Prozente! Ah, für Kundenkarten-Inhaber besonders günstig. Hm, eigentlich könnte man mal wieder etwas Geld dort ausgeben. Und schwupps haben wir uns seine Sache gekauft, die wir gar nicht brauchten. Die Hinweise und Aktionen verführen uns damit zu ungeplanten, unnötigen Ausgaben.

  • Speicherung der Daten
  • Am 2. April haben wir das gekauft, am 7. Juni jenes und am 23. August folgendes. Durch unser Kaufverhalten geben wir Informationen über uns preis – und diese werden gezielt für Aktionen genutzt, die uns noch mehr Geld aus der Tasche ziehen sollen. Und wer weiß, wer sonst noch alles erfährt, was wir kaufen, wann wir kaufen und wo wir kaufen.

  • Werbeflut
  • Hinweise auf Rabatte, Aktionen und Angebote sind ja schön und gut. Doch oft endet dies in einer Werbeflut, die uns auf die Nerven geht und der Umwelt schadet (zumindest, wenn die Werbebriefe in den Briefkasten flattern und nicht ins elektronische Postfach).

Wie halte ich es mit Kundenkarten?

Auch ich habe sechs Kundenkarten in meinem Besitz: eine für den täglichen Bedarf, eine Mode-Karte, eine Möbel-Karte, ein Bäcker-Stempelheft, eine Kaffee-Karte und sogar eine Karte für unser japanisches Lieblingsrestaurant. Die letzte ist mir die allerliebste, denn von den Inhabern des Ladens sehen und hören wir nie etwas. Aber wenn wir sie besuchen, gewähren sie uns 25 Prozent Rabatt. Ha!

Ich bin daher niemand, der Kundenkarten verteufelt. Jedoch bin ich mir bewusst, dass meine Daten gespeichert werden und Big Brother versucht, mich in meinen Kaufentscheidungen zu beeinflussen. Doch bin ich ein großes Mädchen, das frei entscheiden und widerstehen kann … und sich trotz vieler Angebote ganz sicher keine weiteren Kundenkarten zulegen wird.