Der Kampf auf dem Wohnungs- und Häusermarkt

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Seit zwei Jahren suchen Herr Schatz und ich nun schon ein kleines, bezahlbares Häuschen. Doch bislang hatten wir einfach kein Glück – und wenn wir mal kurzes Glück hatten, holten uns die Vetternwirtschaft von Maklern und das Vitamin B anderer Interessenten ein. So langsam sind wir etwas frustriert, dennoch denken wir, dass wir bislang keine groben Fehler gemacht haben. Und dies, obwohl die aktuelle Lage am Wohnungs- und Häusermarkt durchaus einige Fettnäpfchen und Stolpersteine bereithält.

Schon durch Suchergebnisse frustrieren lassen

Wir suchen unsere neue Bleibe vor allem in den großen Online-Immobiliensuchmaschinen, wie z. B. immonet.de. Hier schauen wir wirklich nur nach Objekten, die in unserem finanziellen Rahmen liegen. Denn was bringt es uns, wenn wir ein nettes Häuschen sehen, das 25.000 Euro über unserem Budget liegt? Wir ärgern uns nur, dass wir nicht mehr Geld haben, sind der Lösung unseres Problems jedoch keinen Schritt näher.

Außerdem verzichten wir mittlerweile auf die Umkreissuche. Denn so oft haben wir uns auf den ersten Blick gefreut, dass ein Häuschen schön günstig und auch groß ist – und erst auf den zweiten Blick gesehen, dass es in der Gemeinde auf der anderen Rheinseite steht. Doch ohne Brücke im Umkreis von 20 Kilometern ist das keine Alternative.

Nicht richtig hinsehen

Derzeit will offenbar jeder eine Immobilie kaufen. Was selbstverständlich dazu führt, dass man sich schnell entscheiden muss. Da schaut der eine oder andere Immobilienkäufer schon mal nicht so genau hin, wenn er einen dunklen Fleck in der Kellerecke sieht oder ein paar Dachziegeln locker scheinen. Das ist jedoch sehr gefährlich, denn das böse Erwachen kommt dann nach dem Kauf, wenn die Sanierung plötzlich doppelt so teuer wird.

Überstürzt handeln

In Zeiten von Online-Immobiliensuchmaschinen frage ich mich immer wieder, warum überhaupt noch jemand einen Makler engagiert. Die kosten unnötig viel Geld und können meist keine wichtige Frage beantworten. Der Verkäufer kann sich jedoch entspannt zurücklehnen – denn er zahlt dem Makler nichts. Bei der aktuellen Lage bekommt er seine Immobilie auch los, wenn er einen teuren Vermittler zwischenschaltet. Außerdem ist dieser erfahren in Verhandlungen und macht die potenziellen Käufer gerne mit Bemerkungen kirre wie: „Ich habe schon drei Angebote von anderen Interessenten. Sie sollten sich also beeilen.“

Mein Tipp: Lasst euch davon nicht verrückt machen! Wenn er tatsächlich drei feste Angebote hat, dürfte der Zug ohnehin abgefahren sein. Und wenn er sie nicht hat, habt ihr Zeit, noch eine Nacht darüber zu schlafen.

Überteuert kaufen

Wie bereits erwähnt: Der Markt bestimmt den Preis. Daher werden mitunter vollkommen überteuerte Immobilien angeboten. Wir schauen uns diese erst gar nicht an, denn wir sind nicht bereit, einen horrenden Aufpreis zu zahlen, nur weil es gerade wenige Angebote gibt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis sollte schon stimmen. Sonst ärgert man sich hinterher grün und blau.

Sicherlich gibt es genug Leute, die Häuser und Wohnungen auch zu überteuerten Preisen kaufen. Diese sind ganz sicher schneller am Ziel als wir. Doch sind sie im Nachhinein auch zufrieden?

Verlegenheits- oder Frustkauf

Ganz, ganz oft habe ich mich schon gefragt, ob wir nicht vielleicht doch lieber eine kleine, preiswerte Wohnung nehmen sollten. Denn mit der Haussuche haben wir ja offensichtlich kein Glück. Doch dann denke ich ein paar Monate in die Zukunft: Wir sind gerade frisch in unsere Wohnung eingezogen, die uns räumlich von vorne bis hinten nicht reicht. Und plötzlich entdecken wir im Internet unser Traumhaus. Keiner will es haben, es wartet nur auf uns! Und wir können es nicht kaufen, da wir gerade erst all unser Geld in eine Wohnung gesteckt haben.

Gott, was würde ich mich ärgern! Und genau diese Vorstellung hat uns bislang vor einem Verlegenheits- oder Frustkauf bewahrt. Hoffen wir mal, dass es so bleibt.