Work-Life-Balance ist harte Arbeit

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Ich muss euch etwas gestehen: Zwar gebe ich immer viele Tipps für ein entspanntes, schönes Leben. Doch halte ich mich an manche davon selbst nicht immer. Ganz aktuell ärgere ich mich zum Beispiel darüber, dass ich es nicht schaffe, meine eigenen Tipps für eine ausgeglichene Work-Life-Balance zu befolgen. Gut, ich muss zugeben, dass gerade 70 Prozent meiner Kunden in die Insolvenz gehen oder den Gürtel enger schnallen und ich ein bisschen Existenzdruck im Nacken spüre. Aber trotzdem sollte ich es doch schaffen, wenigstens etwas abzuschalten. Da meine eigenen Tipps nicht ausreichen, habe ich mir weitere Ideen zum Thema Work-Life-Balance geholt, die speziell auf Freiberufler und Heimarbeiter zugeschnitten sind. Damit sollte es hoffentlich besser werden.

  1. Problem: Das leidige Telefon
  2. Dieses Problem habe ich in puncto Festnetz nicht, denn ich bin in der glücklichen Lage, dass ich eine eigene Büro-Nummer habe. Dieses Telefon ist sehr leise gestellt, so dass ich es nicht höre, wenn ich in der Wohnung unterwegs bin. Feierabend heißt dann also wirklich Feierabend!
    Anders sieht die Sache beim Handy aus. Das piepte bisher immer, wenn eine E-Mail in den Posteingang flatterte – und ich bin leider nicht diszipliniert genug, nicht sofort nachzuschauen. Selbst um 22 Uhr oder am Sonntagnachmittag griff ich sofort zum Handy – könnte ja etwas Wichtiges sein. Doch damit ist jetzt Schluss. Am Freitag habe ich die Push-Funktion ausgestellt, die die E-Mails immer direkt in den Posteingang lädt. Ab sofort rufe ich die Mails manuell ab. Kein Gepiepe, kein Stress im Feierabend und am Wochenende. So zumindest der Plan …

  3. Problem: Der fehlende Platz
  4. Auch das ist eigentlich kein Problem bei mir, denn ich habe ein separates Arbeitszimmer. Doch verführt dieser Extra-Raum auch gerne und oft dazu, einfach Sachen dort abzustellen, die im Weg stehen. Doch im Chaos kann ich nicht arbeiten. Daher bin ich nun mehr als happy, dass wir am Samstag auf dem Flohmarkt waren und jetzt ganz viel altes Zeug los sind. Jetzt noch einmal alles schön sauber aufräumen und die Arbeit tut sich um einiges leichter.

  5. Problem: Der innere Abstand
  6. Das ist tatsächlich ein Problem. Wenn mein Freund nach der Arbeit nach Hause kommt und die Spülmaschine ausräumt, bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Schließlich war ich ja den ganzen Tag zu Hause. Das hätte ich doch schon längst machen können. Auf der anderen Seite reißt es mich komplett aus der Arbeit, wenn ich zwischendrin Wäsche wasche. Und vom schlechten Gewissen am Wochenende fange ich jetzt gar nicht erst an. Da liegt man faul auf der Couch, obwohl hinten rechts in der Wohnung ein riesiger Berg Arbeit ruft.
    Vielleicht sollte ich mir tatsächlich ein Ritual überlegen, mit dem ich meine Arbeitszeit beginne und abschließe. Denn ich fürchte, dass das eine innere Blockade ist, die sich nicht durch aufräumen oder Tür schließen lösen lässt.

  7. Problem: Das Hobby zum Beruf machen
  8. Viele von euch werden an dieser Stelle sagen: Luxusproblem! Es ist doch toll, wenn man bezahlt wird, für das, was man liebt. Das ist sicherlich toll. Doch leider kann man auch viel arbeiten, ohne dafür bezahlt zu werden. Nehmen wir meine Blogs oder meine Kriminalromane: Vom finanziellen Standpunkt kommen diese beiden Projekte bestenfalls einem bezahlten Ehrenamt gleich. Und doch geht extrem viel Arbeitszeit dafür drauf – Zeit, die mir an anderer Stelle für die Kundenakquise fehlt.
    Immerhin habe ich mir in den letzten Wochen einen Überblick über meinen Arbeitsaufwand verschafft und meine Schlüsse daraus gezogen: Ab sofort werde ich meine Blogs nur noch in meiner Freizeit betreiben; wobei das unterm Strich nur bedeutet, dass ich das Schreiben ans Tagesende verlagere. Weniger arbeiten werde ich dadurch auch nicht – nur hoffentlich strukturierter.
    Und so habe ich mir das vorgstellt:

      08.00-16.00 Uhr: Arbeitszeit
      12.00-13.00 Uhr: Mittagspause (Zwingend! Ohne Ausrede! Immer! Und nicht nebenbei essen!)
      16.00-19.00 Uhr: Zeit für meine Blogs

Ich hoffe, dass ich durch diese Schritt künftig besser priorisiere und mehr Aufgaben in kürzerer Zeit erledige.