Niedrige Zinsen, hohe Inflation: Wie können wir unser Geld schützen?

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Sicherlich bin ich kein ausgewiesener Finanz-Experte. Jedoch habe ich meine eigenen ganz gut im Griff und interessiere mich durchaus für die großen und kleinen Zusammenhänge. Trotzdem finde ich derzeit keine Lösung, wenn es um die Frage geht: Wo ist unser Erspartes sicher aufgehoben?

Mit „sicher aufgehoben“ meine ich keinesfalls, dass ich nach möglichst lukrativen Anlageformen suche. Ich will lediglich, dass die drei Flocken nicht weniger werden, die ich zusammengespart habe.

Sparbuch und Tagesgeld

Früher waren Sparkonnten und Tagesgeld sichere Häfen. Man bekam nicht viel, aber immerhin ein bisschen mehr als nichts. Diese Rechnung geht heute nicht mehr auf, denn die Zinserträge liegen mittlerweile unterhalb der Inflationsrate. Will heißen: Wir bekommen zwar stolze 0,5 Prozent Zinsen, die Inflationsrate lag im letzten Jahr jedoch bei 2,0 Prozent. Wenn wir unsere Kröten also weiterhin auf diesen Konten parken, ist das wohl aktive Geldvernichtung. Doch was bleibt noch?

Festgeld

Etwas mehr Zinsen als auf dem Sparbuch kann man bekommen, wenn man sein Geld fest anlegt. Hier muss man sich jedoch sicher sein, dass man es für den gewählten Zeitraum nicht braucht. Damit lohnt sich diese Anlage nur für Leute, die erst einmal nicht an ihr Geld müssen. Wobei ich mich frage, ob ich für zehn Jahre Inflationsausgleich tatsächlich auf die Chance verzichten würde, nach fünf Jahren woanders vielleicht wieder deutlich höhere Zinsen zu bekommen?

Aktien

geld3Börsenexperten schwören immer wieder Stein und Bein, dass Aktien derzeit die allerbeste Alternative sind. Doch traue ich mich trotzdem nicht ran. Denn 1.) muss man sehr viel Zeit investieren, um einen Überblick über gute Titel zu gewinnen und deren Entwicklung zu verfolgen. Und 2.) stelle ich mir immer die Frage: Wenn der DAX derzeit einen Rekord nach dem nächsten knackt, was passiert dann bitte, wenn die Krise tatsächlich Deutschland erreicht? Steigende Kurse, hohe Dividenden und kein Risiko für unser Geld? Wohl kaum!

Unternehmensanleihen

Bei diesen Anleihen investieren wir auch in einzelne Unternehmen. Jedoch beteiligen wir uns nicht an ihnen, sondern leihen ihnen einfach nur Geld. Dafür bekommen wir Zinsen: weniger, wenn das Unternehmen gut bewertet ist; mehr, wenn die Ratingagenturen nicht so positiv gestimmt sind. Die Zinsen hierfür sind zwar halbwegs sicher – jedoch nur, solange das Unternehmen nicht hopsgeht.

Fonds

Ich persönlich bin kein Freund von Fonds, denn auch hier kann man Geld verlieren. Außerdem werden oftmals horrende Gebühren fällig, die in den ersten Jahren zu einer negativen Rendite führen können. So kenne ich Leute, deren Fonds erst nach fünf Jahren den Wert erreichten, den sie auch eingezahlt hatten. Vorher war das ein Verlustgeschäft. Fonds lohnen sich meiner Ansicht nach daher nur, wenn man einen richtig langen Atem hat.

Immobilien

haus1In Zeiten wie diesen ist es besser, viel Schulden und wenig Erspartes zu haben. Denn während die Raten für ein Darlehen gleichbleiben, sinken Zinsen und Renditen ins Bodenlose. Der Kauf einer Immobilie scheint daher eine sinnvolle Sache. Doch ist das derzeit nicht ganz so einfach: überall steigen die Hauspreise. Was man bezahlen kann, ist meist nichts wert und was halbwegs ok scheint, ist gerne überteuert. Daher sollten wir trotz niedriger Zinsen und weniger Anlagealternativen unsere eigene Situation hinterfragen und immer besonnen handeln.

Fazit

Unterm Strich können wir festhalten: Das Sparbuch und das Versteck unter der Matratze haben ausgedient, wenn wir nicht Teile unseres Geldes verlieren wollen. Nur besonders Ängstliche bleiben dabei, die lieber etwas Geld verlieren, als auch nur das geringste Risiko einzugehen. Diese könnten ihr Erspartes auch in Festgeld anlegen – jedoch nur, wenn sie es nicht demnächst brauchen. Risikoreicher sind Fonds oder Unternehmensanleihen, jedoch nicht ganz so wackelig wie Aktien. Leider gilt bei der Geldanlage: Hohe Renditechancen = hohes Risiko.

Das ist alles nichts für mich. Ich hätte lieber ein Häuschen – denn hier hat man einen echten Gegenwert, den man anfassen und in dem man sich wohlfühlen kann.

PS: Wie schon gesagt, bin ich kein Finanz-Experte und gebe daher auch keine Anlagetipps. Wie man sein Geld anlegt, muss jeder für sich selbst entscheiden.