Urlaub 2013 – Tag 9 – North Shore im Regen

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Heute geht es an die Nordküste, die North Shore. Wir freuen uns wie zwei Schnitzel, endlich einmal dem wilden Gewusel in Honolulu und den Touristen entkommen zu können. Aus Erzählungen wissen wir, dass es entlang der Buslinie 55 viele tolle Strände gibt – und die wollen wir heute testen. Mit Bikini und Badehose unter den Klamotten geht es also los in Richtung der Traumstrände Hawaiis…

Wir haben die Stadtgrenzen von Honolulu noch nicht ganz hinter uns gelassen, als die ersten Regentropfen gegen die Busfenster klatschen. Ein paar mehr und noch ein paar und binnen weniger Minuten öffnet der Himmel alle Schleusen. Noch machen wir uns keine Sorgen, denn wir haben schon gehört, dass es in den Bergen IMMER regnet. Oben an der Nordküste wird schon alles besser werden.

Nach zwei Stunden Fahrt kommen wir endlich an der Turtle Bay an, für die uns hoch und heilig Schildkröten versprochen wurden. Doch von Schildkröten ist hier nichts zu sehen. Auch die Bucht ist nicht besonders schön und der Himmel zeigt weiterhin ein fieses Dunkelgrau. Während ich mich bei diesen Aussichten lieber nicht in die Fluten werfen will, geht der Schatz etwas schnorcheln. Ich suche mir derweil einen Platz unter einem Sonnenschirm – nicht weil ich Sonne so sehr brennt, sondern weil es schon wieder zu regnen beginnt.

Nachdem mein Schatz seinen Schnorchel-Ausflug beendet hat, überlegen wir, was wir tun können. Zwar hat es gerade wieder zu regnen aufgehört, der Himmel verheißt jedoch nichts Gutes. Die hawaiischen Traumstrände sind mittlerweile patschnass und der geplante Tag am Strand könnte infolge mangelnder Trocknungsmöglichkeiten und überambitionierter Klimaanlagen im Bus schnell mit einer Blasenentzündung enden. Daher müssen wir unsere Pläne leider ad acta legen. Schade, denn die Strände entlang des Weges sahen einfach zu schön aus!

Polynesian Cultural Center

hawaii_tag9_1Damit unser Trip an die North Shore kein vollkommener Reinfall ist, statten wir dem Polynesian Cultural Center einen Besuch ab. Dieses Freilichtmuseum ist uns wärmstens empfohlen worden, jedoch müssen wir schnell feststellen, dass es uns zu viel Touristenkram ist. Der Park ist ganz nett angelegt mit verschiedenen polynesischen Dörfern, in denen die Geschichte der einzelnen Stämme erzählt wird. Es gibt Tanzvorführungen und Gesangseinlagen, Hula-Tanzkurse und Ukulele-Unterricht, man kann Pfeile werfen, sich anmalen lassen und Bötchen fahren. Sehr nett ist der Film im IMAX-Kino, der viele tolle, Touri-freie Ecken Hawaiis zeigt. Außerdem ist es eine schöne Sache, dass sich die Studenten der nahegelegenen Universität durch ihre Arbeit im Park ihr Studium finanzieren können.

hawaii_tag9_2Doch unterm Strich ist uns das Polynesian Cultural Center viel zu touristisch. Und die Tatsache, dass die für das Begrüßungsbild am Ende des Tages noch einmal 18 Dollar abfassen wollten, setzte dem Ganzen die Krone auf. 50 Dollar Eintritt pro Person und dann machen die noch einmal die Hand auf. Das ist nicht geschäftstüchtig, sondern sittenwidrig! Unserer Meinung nach, kann man sich den Park also gerne schenken.

Nach unserer langen Reise und dem unverschämten, nicht eingeplanten Eintrittspreis haben wir an diesem Abend keine Lust mehr, essen zu gehen. Daher veranstalten wir ein Picknick im Bett mit Sandwiches und Chips. Auch mal schön!

Tagestipp für einen Ausflug an die North Shore

Ein Ausflug an die North Shore lohnt sich außerhalb der Surf-Saison nur bei gutem Wetter. Dann kann man die tollen, nicht überlaufenen Strände genießen, den Chinaman’s Hat bewundern, die Seele baumeln lassen und sich entspannen. Bei Regen lohnt sich die Bus(tor)tour nicht.