Urlaub 2013 – Tag 2 – Vulkan zum Anfassen

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Die erste Nacht haben wir ohne größere Zwischenfälle rumgebracht. Jedoch frage ich mich wieder einmal, wie man eigentlich nur sechs Stunden schlafen kann, wenn einem vom Vortag eine ganze Nacht fehlt. Doch das soll mir jetzt egal sein: Ich will endlich einen Blick auf Hawaii werfen!

In Kona frühstücken wir an einer hübschen, kleinen Promenade die Sandwichs, die wir am Abend zuvor gekauft haben. Touristen-Boote schippern hinaus aufs Meer, eine leichte Brise spielt in unseren Haaren und wenn wir einfach unserer Nase folgen würden, käme tausende Kilometer lang erst einmal gar nichts – und dann irgendwann die Antarktis. Wir sind tatsächlich am Ende der Welt. Schönes Gefühl!

Gegen neun Uhr laden wir unsere Siebensachen in unseren SUV der Marke Chevrolet – nettes Autochen mit viel Platz, das jedoch etwas ambitioniert Gas gibt. Dann geht es ab auf den Highway 11 in Richtung Volcano. Highway ist gut, Landstraße trifft es wohl besser. 😉

Nach rund 18 Meilen erreichen wir das erste Highlight unserer Tour. Mein Schatz erkennt am linken Wegesrand eine kleine Hütte, die er zuvor auf dem Bild einer Arbeitskollegin gesehen hatte. Eigentlich wollen wir nur kurz anhalten, um ein Beweisfoto zu schießen. Doch dann lockt uns der South Kona Fruit Stand mit seinem Angebot. Wir haben zwar eben erst gefrühstückt – aber so ein kleiner Smoothie geht immer! Vollkommen unbedarft probieren wir das Gebräu und finden uns in der nächsten Sekunde im Smoothie-Himmel wieder. So einen geilen Fruchtcocktail habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht getrunken! Kann ich den Laden irgendwie in meiner Handtasche mitgehen lassen? Nein, geht leider nicht! Aber wir merken uns die Zutatenliste und werden gleich nach unserem Urlaub an unserer Smoothie-Technik feilen.

Ich habe mir eine Landkarte geschnappt und die Navigation übernommen und lotse uns auf die S Point Road. Hier wollen wir an den südlichsten Punkt von Big Island gelangen, der gleichzeitig den südlichsten Punkt von ganz Hawaii und der gesamten USA markiert. Komisch, dass das touristisch nicht mehr ausgeschlachtet wird. Wenn ich da an den Rummel in Key West denke!?! Doch genau das ist ja das Schöne: Obwohl wir uns an einem der interessantesten Flecken der Erde befinden, sehen wir erstaunlich wenig Touristen. Hoffentlich bleibt das so!!!

hawaii_tag2_2Auf jeden Fall haben wir hier am „Southmost Point of Big Island“ eine wunderschöne Aussicht, die mein Schatz auch gleich mit unseren Lieben daheim teilt – und dafür unverständlicherweise ein „Du Sau!“ erntet. Unerhört! Nach ein paar Schnappschüssen kraxelt er dann noch eine kleine Klippe hinunter und lässt sich die ersten Meeresspritzer verpassen. So langsam nimmt der Urlaub Fahrt auf. 😉

hawaii_tag2_1Dem nahe gelegenen Green Sands Beach können wir leider keinen Besuch abstatten. Zwar gibt es die Möglichkeit, sich vom Parkplatz für kleines Geld mit einem Pickup dorthin fahren zu lassen. Jedoch haben wir beide ein ungutes Gefühl, unser Gepäck offen sichtbar im Auto zurückzulassen. Dafür sind dann doch wieder zu wenige Touristen unterwegs. Man kann es uns nicht Recht machen! 🙂 Daher verzichten wir auf diese Spritztour in einem Pickup, der nicht viel besser aussieht, als der, der am Wegesrand vor sich hin gammelt.

Wir steuern zurück auf den Highway 11 und kommen ein paar Meilen weiter zum Punaluu Black Sand Beach. Hier sehen wir die ersten erloschenen Lava-Ströme auf unserer Reise und lassen eine Flasche voll Lava-Sand mitgehen, die uns im weiteren Verlauf unserer Reise noch drei Drogentests am Flughafen bescheren wird. 😉 Aber so viel kann ich verraten: Sie wird es bis nach Hause schaffen!

Jetzt geht es mit Sieben-Meilen-Stiefeln in Richtung des kleinen Örtchens Volcano. Doch selbst „Örtchen“ ist zu viel gesagt, denn die drei Häuser, die sich entlang von fünf Straßen verteilen, verdienen schwerlich diese Bezeichnung. Und so liegt unser zweites Hotel Lokahi Lodge auch mitten im Dschungel: Trotzdem ist alles sauber und in Ordnung und wir haben ein gutes Gefühl, dass wir unser Lager in den kommenden drei Nächten hier aufschlagen.

Mit Hummeln im Hintern bleiben wir nicht lange im Zimmer, sondern düsen gleich in den nahe gelegenen Hawaiian Volcano National Park. Für zehn Dollar Eintritt, kann ein Auto hier sieben Tage lang ein- und ausfahren und alle freigegebenen Wege erkunden. Absolut fair!

hawaii_tag2_3Doch im Besucherzentrum bekommt meine Vorfreude auf Lava und Gefahr einen Dämpfer: Nein, Wanderungen sind derzeit nicht möglich, da der Lavafluss momentan zu Fuß nicht zu erreichen ist. Ich bin sauer! Ich will Lava sehen, verdammt! Etwas missgelaunt fahren wir auf dem Crater Rim Drive weiter bis zum Jagger Museum. Ab dort ist die weitere Straße wegen giftiger Dämpfe gesperrt. Super! Giftige Dämpfe aber keine Lava! Wo gibt’s denn so etwas? Immerhin sehen wir den Krater des Kilauea, aus dem gehörig Rauch aufsteigt. Schon recht beeindruckend, aber leider nicht rot.

Jetzt haben wir erst einmal Hunger und folgen einer Empfehlung aus unserem Reiseführer Hawaii: Reiseführer für individuelles Entdecken. Entgegen dem Marco-Polo-Florida-Debakel im vergangenen Jahr wird uns dieses Taschenbuch sehr gute Dienste erweisen und so ist auch das Essen in der Kilauea Lodge seinen Preis absolut wert: Crab Cakes als Vorspeise und danach Auberginen-Gemüse auf Risotto. Sehr lecker, jedoch verlassen mich auf halber Strecke die Lebensgeister. Der Jetlag hat mich eingeholt und signalisiert meinem Hirn, dass ich eigentlich schon schlafe. In der Folge verweigert mein Körper jegliche weitere Nahrungsaufnahme. Schade um die schönen Auberginen! Auch drei weitere Gläser chlorfreien(!) Wassers wecken mich nicht wieder auf – jedoch werde ich dank dieser eine spaßige Nacht haben.

hawaii_tag2_4Vollkommen übermüdet schleppen wir uns noch einmal in den National Park, schließlich soll der Kilauea Krater bei Nacht eine Sensation sein. Ist er auch, denn die Lava leuchtet bis an die Oberfläche. Leider ist es erst kurz nach sieben und die ganzen Familien und schreienden Gören sind noch unterwegs. Daher beschließen wir, an einem anderen Tag wiederzukommen und fallen um 20 Uhr ins Bett.

Mein Tagestipp für den Krater Kilauea

Am besten sollte man erst am späteren Abend oder in der Nacht ans Jagger Museum kommen, wenn die Familien mit Kindern im Hotel sind. Der National Park ist 24 Stunden am Tag geöffnet, so dass man das Leuchten des Vulkans auch in Ruhe genießen kann.