Neue Impulse fürs Leben (1): Autofrei und Spaß dabei

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In letzter Zeit probiere ich gerne neue Dinge aus. So verzichte ich seit Anfang des Jahres auf Süßigkeiten und Alkohol, habe vor Kurzem mit dem Stricken angefangen und mir neulich zwei vegane Kochbücher bestellt, mit deren Hilfe ich unsere Ernährung wenigstens teilweise gesünder machen will. Über meine Erfolge und Misserfolge bei diesen Projekten werde ich selbstverständlich in diesem Blog berichten. Doch starten möchte ich diese unregelmäßige Serie heute mit einem Hinweis, den ich letztens von Martin aus München bekam: autofrei leben!

Manchmal würde ich gerne in die Zeit zurückreisen, in der man mit Postkutschen durch die Lande tingelte. Wer von Mannheim nach Karlsruhe wollte, musste eine Tagesreise einplanen – und war auf dieser Reise weder telefonisch noch per E-Mail erreichbar. Gott, was müssen die Leute damals entspannt gewesen sein! In dieser Hinsicht scheinen unsere technischen Errungenschaften eher ein Fluch als ein Segen.

Argumente für ein autofreies Leben

Befürworter des autofreien Lebens plädieren, dass dieses umweltfreundlicher, entspannter, gesünder und freier sei. Und sicherlich haben sie damit nicht Unrecht. Wer kein Auto hat, verbraucht keine fossilen Brennstoffe, erzeugt weniger CO2 und nennt nicht mehrere Tonnen Blech, Gummi und andere Rohstoffe sein eigen. Zudem bewegen sich autofreie Menschen mehr, was Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Rückenleiden vorbeugt. Außerdem kostet ein Auto sehr viel Geld – nicht nur bei der Anschaffung, sondern auch im Unterhalt.

Diese Argumente sind alle richtig. Und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man in Großstädten leicht auf ein Auto verzichten kann. Als ich in München lebte, kam ich mühelos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in alle Ecken der Stadt. Doch gibt es auch Gegenden, in denen dies nicht so einfach ist. Nehmen wir wieder mich als Beispiel: Ich lebe in einer Gemeinde mit rund 14.000 Einwohnern. Mit dem Fahrrad oder zu Fuß kann ich den Bäcker, unsere Supermärkte, die Apotheke und dergleichen locker erreichen. Kleinere Besorgungen sind also kein Problem, bei großen Wochenendeinkäufen wird es schon schwieriger.

Autofreies Leben nicht immer möglich

Unmöglich wird ein autofreies Leben für mich in meinem beruflichen Alltag. Zwar kann ich 80 Prozent meiner Arbeitszeit im Home Office verbringen – in den anderen 20 Prozent muss ich jedoch zu Redaktionsmeetings, Besprechungen oder Interviews. Wenn ich dies mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewerkstelligen wollte, würde sich meine Arbeitszeit folgendermaßen verschieben: 50 Prozent Außentermine inkl. Fahrtzeiten : 50 Prozent Home Office. Denn eine Fahrt von meinem Büro z. B. in die Heidelberger Innenstadt dauert einfach rund eine Stunde. Eine Stunde Anfahrt, eine Stunde Termin, eine Stunde Abfahrt: dies ist nicht nur unverhältnismäßig, sondern würde auch mein berufliches Aus bedeuten.

Autofreies Leben, wann immer es möglich ist

So wie ich können viele Menschen nicht vollkommen auf ihr Auto verzichten. Jedoch kann man immer hinterfragen, ob eine Fahrt mit dem Pkw tatsächlich nötig ist. So spaziere ich gerne auch mal die drei Kilometer zu meinen Eltern und erledige kleine Besorgungen zu Fuß. Fahrgemeinschaften helfen, die Umwelt zu entlasten und wenn wir uns abends mit Freunden treffen, könnten diese Treffen im heimischen Wohnzimmer stattfinden – so spart sich mindestens eine Partei die Autofahrt.


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