Mau-Mau: Härtetest für jede Freundschaft

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Neulich im Kreise meiner Lieben: Zum kleinen Zeitvertreib griffen wir zu den Skat-Karten und spielten eine Runde Mau-Mau. Nun muss man bedenken, dass ich die Regeln dieses Spiels an einem Ort lernte, der rund 600 Kilometer entfernt von meinem derzeitigen Wohnort liegt. Diese 600 Kilometer haben gereicht, um uns alle ins Chaos zu stürzen und beinahe einen Kleinkrieg auszulösen. Daher mein Tipp für einen lustigen Spiele-Nachmittag: Einheitliche Spielregeln vorher schriftlich festlegen – und im Zweifelsfall auch mal ein Auge zudrücken.

Mau-Mau kann man mit tausend verschiedenen Varianten spielen. Zu Beginn werden an jeden Mitspieler sieben Karten verteilt, die restlichen Karten legt man auf einem Stapel verdeckt in der Mitte hin. Der Reihe nach versuchen die Spieler dann, ihre Karten abzulegen. Auf eine Pik Neun kann eine Karo Neun oder eine Pik Dame folgen – entweder die Farbe oder der Wert muss übereinstimmen. Wer nichts Passendes auf der Hand hat, muss eine Karte vom Stapel ziehen. Doch da geht der Spaß schon los: Darf der Spieler die gezogene Karte sofort ablegen, wenn sie passt, oder muss er als Strafe auch noch aussetzen? Weiter gehen die Streitpunkte bei der Bedeutung der Farben:

      7 – der nächste Spieler muss zwei Karten ziehen

 

      8 – der nächste Spieler muss eine Karte ziehen

oder

      aussetzen

 

      9 – man darf sich eine Farbe wünschen

oder

      die Spielrichtung wechselt

 

      Bube – man darf sich eine Farbe wünschen

oder

      der Bube hat keine Bedeutung

 

      König – die Spielrichtung wechselt

oder

      der König hat keine Bedeutung

 

      Ass – der nächste Spieler muss aussetzten

oder

    das Ass hat keine Bedeutung

Doch das ist noch längst nicht alles. Manche Spielregeln erlauben es, dass man auf eine Aussetzen-Karte mit einer anderen Aussetzen-Karte begegnen kann – andere nicht. Ganz fies wird es jedoch, wenn sich das Spiel seinem Ende zuneigt. Manche Spieler bestehen darauf, dass man durch ein „Mau“ ankündigt, dass man nur noch eine Karte auf der Hand hat. Vergisst man das, muss man aussetzen oder eine neue Karte ziehen. Wer diese Regel nicht kennt, kann daran verzweifeln, denn er wird ständig vergessen, „Mau“ zu sagen und immer wieder sichere Spiele verlieren.

Ich persönlich finde die letzte Regel komplett überflüssig, schließlich spielen wir hier kein Uno. Doch manche Spieler werden richtig widerlich, wenn sie einen unwissenden Mitspieler dadurch in die Pfanne hauen können. In solchen Fällen denke ich mir dann immer: etwas Gnade tut dem Spielspaß keinen Abbruch. Zumal ein einzelnes, vergessenes „Mau“ nichts daran ändert, dass der andere Spieler ein gutes Blatt hatte und gut taktiert hat.

Wem das Spiel Mau-Mau zu viele Gefahren für Freundschaft und Familienidyll bietet, kann ja auf andere Spiele ausweichen – wobei es da auch nicht besser sein wird. 😉


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