Unfall auf dem Arbeitsweg ist nicht gleich Wegeunfall

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Glücklicherweise gehöre ich zu den Menschen, die nicht täglich zur Arbeit fahren müssen. Doch damit bin ich die Ausnahme. Millionen und Abermillionen drängen sich jeden Tag auf unseren Autobahnen, in Bussen, Zügen, Straßenbahnen, fahren mit dem Fahrrad oder gehen zu Fuß zur Arbeit. Nach einhelliger Meinung sind diese Wege versichert. Doch Achtung: Ein Unfall auf dem Weg zur oder von der Arbeit ist nicht automatisch ein versicherter Wegeunfall.

Einzig unmittelbare Wege zwischen der Arbeitsstätte und der Haustür sind versichert. Hier ein paar Beispiele:

  • Nach einem langen Tag erklimmen wir die Stufen zu unserer Wohnung – und stürzen. Dies ist kein Wegeunfall, da der Arbeitsweg an der Außentür des Wohngebäudes beendet war. Was danach kommt, ist Privatrisiko. Wenn wir uns also das Bein brechen, dann doch bitte VOR der Haustür!
  • Wir unterbrechen unseren Heimweg kurz, um im Supermarkt eine Tüte Milch zu kaufen. Das kann bei manchen Versicherern schon Grund genug sein, die Zahlung zu verweigern.
  • Wir haben in der Wohnung unseres Partners übernachtet und machen uns von dort aus auf den Weg zur Arbeit. Selbst wenn es sich bei diesem Ausgangspunkt nicht um unsere eigene Haustür handelt, kann ein Unfall auf dem Weg versichert sein. Das Gesetz bestimmt nämlich nicht, dass nur Wege von oder zur eigenen Wohnung versichert sind.
  • Auf unserem Heimweg bringen wir einem Freund eine geliehene DVD zurück. Ein Unfall auf diesem Umweg ginge auf unsere Kappe. Holen wir jedoch unsere Kinder aus der KiTa ab, ist ein Umweg erlaubt – und versichert.

Am besten ist es jedoch, wenn wir erst gar keinen Unfall bauen. 😉