Mit Erbpacht zum Eigenheim? Vorsicht!

Print Friendly

Die meisten Deutschen träumen vom Eigenheim. Dies wird durch Studien immer wieder bestätigt. Doch nicht nur der Wunsch ist groß, sondern auch die finanzielle Belastung, die damit einhergeht. Sie ist oft der Grund, warum viele Menschen sich diesen großen Traum nicht erfüllen können. Andere versuchen ihr Glück mit dem Erbbaurecht. Auf den ersten Blick erscheint dieses verlockend und günstig – doch gibt es hier einige Fallen.

Was ist Erbbaurecht?

Das Erbbaurecht wird umgangssprachlich auch Erbpacht genannt. Hierbei mietet der Erbbauberechtigte das Grundstück und baut darauf sein eigenes Haus. Für das Grundstück muss er Miete zahlen, den so genannten Erbbauzins. Für gewöhnlich hat dieser Mietvertrag eine Laufzeit zwischen 50 und 99 Jahren; die Vermieter sind meist Kirchen oder Gemeinden. Nach Ende der Laufzeit, kann der Vertrag oft verlängert werden – oder das Grundstück fällt zurück an den Erbpachtgeber.

Beim Erbbaurecht spart sich der Häuslebauer den Kaufpreis und die Finanzierungszinsen für das Grundstück. In Hochzinsphasen oder bei hohen Grundstückspreisen kann dies sinnvoll sein. Doch sollte man immer genau rechnen, ob dieser Vorteil die möglichen Nachteile überwiegt. Denn dies sind nicht gerade wenige.

Nachteile des Erbbaurechts

  • Man ist nicht Eigentümer des Grundstücks – das eigene Heim steht auf dem Eigentum eines anderen.
  • Der Erbbauzins fällt immer wieder an – ein eigenes Grundstück ist irgendwann abbezahlt.
  • Der Erbbauzins kann steigen, wenn sich der Verkehrswert des Grundstücks ändert – auch gerne einmal im dreistelligen Prozentbereich.
  • Der Grundstückseigentümer hat Mitspracherecht, z. B. bei einem Verkauf, einem Umbau oder einer Erweiterung des Hauses.
  • Manche Verträge sehen eine Ankaufspflicht vor – in diesem Fall muss der Hausbesitzer das Grundstück kaufen, wenn dies der Grundstückseigentümer verlangt.
  • Manchmal hat der Grundstückseigentümer das Recht, sein Grundstück vor Ende der Laufzeit zurückzufordern. Dieser Heimfall ist z. B. bei Eigenbedarf möglich.
  • Nach der Laufzeit fällt das Grundstück mit allen verbundenen Gebäuden an den Grundstückseigentümer zurück, sofern der Vertrag nicht verlängert wird. Zwar hat der Hausbesitzer Anspruch auf eine Entschädigung – diese kann jedoch deutlich geringer ausfallen, als seine Investitionen. Und von dem Schmerz, den es bereitet, wenn man aus seinem eigenen Haus vertrieben wird, fange ich gar nicht erst an…