Mieses berufliches Jahresende – was nun?

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Unternehmen stellen zum Jahresende die Weichen für das neue Jahr. Sie planen ihr Budget, ihre Aufgaben, ihre Ziele und die Entwicklung ihrer Angestellten. Mit ihren Mitarbeitern führen sie Gespräche über Zielerfüllung und Weiterentwicklung und entscheiden über Beförderung oder Arschtritt. Manchen Angestellten dürfte dies das Weihnachtsfest gründlich verhageln. Da ich selbst schon mehrfach in dieser Lage war, gibt es heute ein paar kleine Tipps, wie man solche Enttäuschungen nicht allzu schwer nimmt.

  1. Kopf hoch!
  2. Es mag sich komisch anhören: Doch wenn ich im Job einen auf den Deckel bekomme, werde ich besonders dankbar für alle anderen Dinge, die ich habe. Meine Familie ist gesund, ich habe einen lieben Schatz und ganz generell geht es mir doch gut. Für all diese Dinge bin ich dankbar und ich führe mir vor Augen, dass schließlich immer irgendetwas nicht passt. Und wenn ich es mir aussuchen könnte, was würde ich opfern? Meine Gesundheit oder die meiner Familie? Auf gar keinen Fall! Meinen Schatz? Niemals! Mein trautes Heim und meine lieben Freunde? Nein! Mein Leben auf der beruflichen Überholspur? Schon eher! Damit ist klar: Lieber soll es im Job blöd laufen, als in den anderen Bereichen meines Lebens!

  3. Etwas Demotivation darf sein
  4. Ihr habt euch das ganze Jahr lang den Allerwertesten aufgerissen, hunderte Überstunden gerissen und auf euren Urlaub verzichtet – und das alles für eine Beförderung oder Gehaltserhöhung, die es jetzt nicht gibt. Ganz ehrlich: Ihr habt allen Grund stinkig zu sein! Daher müsst ihr nun auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn die Kaffeepause etwas länger ausfällt und ihr nur noch Dienst nach Vorschrift macht. Verarschen lassen müsst ihr euch schließlich nicht! Allerdings solltet ihr immer darauf achten, dass ihr trotzdem eure Arbeit erledigt. Denn dafür werdet ihr bezahlt, also müsst ihr das auch leisten.

  5. Den Kummer von der Seele reden
  6. Geteiltes Leid, ist halbes Leid. Langweilige Binsenweisheit und doch stimmt es immer wieder. Wer sich seinen Kummer von der Seele redet, kann dabei alles sagen, was er seinen Chef nicht an den Kopf werfen durfte. Die Verbitterung bleibt zwar, aber man fühlt sich trotzdem etwas leichter.

  7. Pläne schmieden
  8. Was wollten wir mit der Gehaltserhöhung und nach der Beförderung nicht alles tun? Ein Haus kaufen? Einen teuren Urlaub genießen? Shoppen gehen? Daraus wird jetzt wohl erst einmal nichts. Trotzdem sollten wir neue Pläne schmieden, die in unserer aktuellen Situation realistisch sind. Statt eines teuren Fünf-Sterne-Urlaubs planen wir einen preiswerteren Urlaub. Statt den Traum vom Haus ad acta zu legen, sparen wir weiter und visieren einen neuen Termin zwei Jahre später an. Auf alle Fälle dürfen wir jetzt nicht an uns selbst zweifeln und denken, dass wir es niemals zu etwas bringen werden.

  9. Neues Jahr, neues Glück
  10. So fies diese Gespräche kurz vor Weihnachten sind, haben sie doch etwas Gutes. Die Bombe ist im alten Jahr geplatzt und kann an Silvester unter der Rubrik „berufliches Scheißjahr“ abgehakt werden. Das erleichtert den Start in das neue Jahr ungemein. Neues Jahr, neues Glück!