Kritik: Michael Crichton und die Dinosaurier im Jurassic Park

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Als ich vor vielen, vielen Jahren die Geschichte von den genmanipulierten Dinosauriern las, hieß sie noch DinoPark. Aufgrund des großen Erfolgs der Verfilmung wurde jedoch im Deutschen bald der englische Originaltitel „Jurassic Park“ auf die Buchcover gedruckt. Und auch den zweiten Teil des Dino-Abenteuers findet man manchmal als „Jurassic Park II“; dabei heißt er eigentlich Vergessene Welt. Glücklicherweise hat der Wirrwarr um die Titel keinen Einfluss auf den Inhalt der Bücher – obschon der erste Film ganz entschiedenen Einfluss auf die zweite Romanvorlage hatte.

Der Inhalt von „DinoPark“ und „Vergessene Welt“

Auf einer Insel vor Costa Rica züchten Forscher eine neue Generation von Dinosauriern. Dafür extrahieren sie das Blut der Urzeitgeschöpfe aus Moskitos, die vor Millionen von Jahren im Harz eingeschlossen wurden und heute teure Bernsteine zieren. Die Dinosaurier werden nicht etwa zu Forschungszwecken einzeln erschaffen, sondern sollen die Attraktion in einem Freizeitpark des Milliardärs John Hammond werden. Bevor dieser eröffnet wird, lädt Hammond einige Experten ein, die seinen „DinoPark“ absegnen sollen. Doch es kommt genauso, wie der Chaostheoretiker Ian Malcolm vorhersagt: Die Dinos schlagen zurück und nach kurzer Zeit kämpfen alle Beteiligten um ihr Leben…

Im zweiten Teil der Dino-Saga verschlägt es eine Gruppe von Forschern auf eine Nachbarinsel. Hier standen die eigentlichen Produktionsstätten der Dinosaurier, die im „DinoPark“ präsentiert werden sollten. Diese sind irgendwie in Vergessenheit geraten – die Dinos haben sich jedoch mit diesem Zustand arrangiert und leben zufrieden in ihrer „Vergessenen Welt“. Die Störung durch die Neuankömmlinge nehmen sie daher nicht so gelassen hin, so dass schon bald wieder ein Kampf auf Leben und Tod entbrennt.

Meine Meinung zu „DinoPark“ und „Vergessene Welt“

Michael Crichton schaffte mit seinem „DinoPark“ und der Fortsetzung „Vergessene Welt“ einen gelungenen Spagat zwischen Wissenschaft und Unterhaltung. Viele technische, genetische und evolutionäre Details werden so wunderbar in die Geschichte eingebettet, dass selbst Laien alles verstehen und die Romane zu keiner Zeit ihre Spannung verlieren.

Beim Schreiben von „Vergessene Welt“ hatte Michael Crichton aber wohl schon zu oft die Verfilmung gesehen, dabei seine eigene Romanvorlage vergessen – und sich offenbar auch vom Regisseur reinquatschen lassen. Denn wie wäre es anders zu erklären, dass ein Toter aufersteht? Sehr deutlich wird am Ende des ersten Teils klar, dass Ian Malcom die Angriffe der Dinosaurier nicht überlebt hat. Doch, schwupps, ist er im zweiten Teil wieder dabei, etwas lädiert aber gewohnt pessimistisch und pragmatisch. Da war Jeff Goldblum wohl der einzige aus der alten Crew, den Steven Spielberg für einen zweiten Teil verpflichten konnte. Also, musste sich der Schreiberling dem Regisseur unterordnen und einen tödlichen Irrtum konstruieren, der unglaubwürdiger nicht sein könnte. Abgesehen von diesem Riesen-Patzer ist aber auch der zweite Teil sehr spannend und gut konstruiert.

Insgesamt bekommen „DinoPark“ und „Vergessene Welt“ daher von mir fünf Sterne, was der Schulnote 2 entspricht. Sechs Sterne für „DinoPark“ und wegen der unglaubwürdigen Auferstehung eines Toten drei Sterne für „Vergessene Welt“.


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