The Artist: Schönes, wenn auch anstrengendes Spitzenkino

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Auf dem Rückflug von unserem Florida-Urlaub im April dieses Jahres bekamen wir eine tolle Filmauswahl geboten. Neben dem Harry-Potter-Finale und dem vierten Teil von Mission: Impossible stand auch der Oscar-Gewinner The Artist auf dem Programm. Ich nutzte die Gunst der Stunde, denn im Kino hatte ich mir diesen Film nicht anschauen wollen – nicht bei den aktuellen Preisen. Zu skeptisch stand ich dem gesamten Konzept gegenüber. Doch ich wurde überrascht!

Der Inhalt von „The Artist“

George Valentin (Jean Dujardin) ist DER Star des internationalen Stummfilms: Er führt ein Leben in Luxus, kann sich eine gewisse Arroganz leisten und die Frauen liegen ihm zu Füßen. Auf dem Höhepunkt seines Erfolgs begegnet er der frechen Peppy Miller (Bérénice Bejo), die von einer großen Karriere als Schauspielerin träumt. Valentin gibt ihr einen Tipp, wie sie es auf der Leinwand zu etwas bringen kann – und malt ihr ihr neues Markenzeichen über die Oberlippe. Mit ihrem neuen Schönheitsfleck spielt sich Peppy langsam aber stetig in die Herzen der Zuschauer und erhält immer größere Rollenangebote, während der Niedergang des einstigen Stars George Valentin beginnt. Der Stummfilm stirbt aus, alle Studio-Bosse setzen auf den neuen Tonfilm. Valentin kann und will sich nicht fügen und gerät ins Abseits. Er bekommt keine Rollen mehr, verliert Geld und seine Frau und der Börsencrash 1929 tut sein Übriges. Doch Peppy hat ihn niemals aus den Augen gelassen…

Meine Meinung zu „The Artist“

100 Minuten fast vollständig ohne Worte oder szenische Geräusche. Einzig die Hintergrundmusik sorgt für Abwechslung im Gehörgang. Man sollte doch meinen, dass dieser Minimalismus in unserer schnelllebigen Zeit entspannend ist. Doch fand ich „The Artist“ zwischendrin extrem anstrengend. Schließlich bin ich es nicht gewohnt, so lange auf einen Punkt zu starren. Normalerweise lasse ich meinen Blick schweifen und folge mancher Handlung allein durch die Geräusche und Gespräche. Doch bei „The Artist“ kam ich mit dieser Taktik nicht weit. Wer zehn Sekunden nicht hinsieht, verpasst womöglich eine Schlüsselstelle. Noch dazu, ohne es mitzubekommen. Damit war „The Artist“ für mich kein entspannender Genuss, sondern harte Arbeit. Jedoch eine harte Arbeit, die sich lohnte.

Die Darsteller spielen ihre Rollen wunderbar, allen voran der Oscar-prämierte Jean Dujardin. Da merkt man erst einmal, wie viel schauspielerisches Talent man haben muss, wenn man nichts sagen darf. Die Geschichte ist zwar schlicht und gradlinig ohne Schnörkel und große Überraschungen, aber sie ist schön und anrührend und lässt den Zuschauer mit der glücklichen Zuversicht zurück: Egal, wie groß und angsteinflößend manche Veränderungen sind – wer sich etwas anpasst, nicht aufgibt und sich helfen lässt, kann alles überstehen.

Der Trailer zu „The Artist“


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