Vorsicht beim herbstlichen Drachenspaß!

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Herbst. Der Wind weht stürmisch. Wir stehen auf einem kleinen Hügel und lassen einen Drachen steigen. Die lustigen Fransen tanzen im Wind, der Drachen steigt höher und höher. Unsere Freunde und Kinder jubeln und freuen sich. Dann eine Flaute. Der Drachen stürzt ab und bringt einen Fahrradfahrer zu Fall. Und nun? Wer kommt für diesen Schaden auf?

Auf diese Frage hat die Luftverkehrs-Zulassungsverordnung eine mehr oder weniger eindeutige Antwort: Leichtgewichtige Modellflieger unterliegen einer gesetzlichen Versicherungspflicht. Von dieser Regelung betroffen sind kleine Modellflugzeuge und Drachen, die weniger als fünf Kilogramm wiegen. Eine Ausnahmeregelung gibt es für reines Spielzeug. Jedoch hat der liebe Gesetzgeber wieder einmal nicht genau erklärt, was er darunter versteht.

Was bedeutet diese Versicherungspflicht für den oben geschilderten Unfall? Sie bedeutet, dass Unfälle mit Drachen nicht automatisch von der normalen Haftpflichtversicherung abgedeckt sind. Im Zweifelsfall müssen wir also selbst alles zahlen. Wer keinen reinen Spielzeugdrachen lenkt, muss daher eine spezielle Luftfahrt-Haftpflichtversicherung abschließen. Sicherlich scheint das etwas übertrieben, wenn man nur etwas herbstlichen Spaß haben will. Dennoch sollte man bei seiner Haftpflichtversicherung nachfragen, ob diese bei einem eventuellen Schaden einspringen würde.

Doch auch mit einer Versicherung sollte man immer versuchen, Personen- oder Sachschäden zu vermeiden. Daher sind folgende Orte tabu, wenn man einen Drachen steigen lassen will:

  • Naturschutzgebiete
  • Wohngebiete
  • Industriegebiete
  • (nahe) Flughäfen
  • (nahe) Autobahnen
  • (nahe) Hochspannungsleitungen

Wer sich etwas vorsieht und ggf. eine zusätzliche Versicherung abschließt, kann den herbstlichen Drachenspaß ohne hässliche Nachwirkungen genießen.