Krankenhaus-Unterhaltung in Zeiten von Smartphone & Co.

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Krankenhaus ist doof! In diesem Punkt sind sich Patienten und Besucher einig. Schlimm genug, dass jemand krank ist und nicht nach Hause darf – doch zur Krankheit kommt meist auch noch Langweile hinzu. So lange man allein ist, kann man schlafen, fernsehen oder ein Buch lesen. Doch was macht man, wenn man tagaus tagein den gleichen Besuchern gegenübersitzt? Irgendwann gehen die Gesprächsthemen aus und man muss eine andere Unterhaltung finden. Doch wie, wenn einer ans Bett gefesselt ist?

Genau dieses Szenario erlebten wir in der vergangenen Woche. Wahrscheinlich wären die Tage im Krankenhaus für uns alle schneller vergangen, wenn wir den Patienten in Ruhe gelassen hätten. Doch so etwas „kann man doch nicht machen!!!“ Also besuchten wir ihn sieben Stunden täglich. Glücklicherweise war er einseitig halbwegs fit, so dass wir uns die Zeit mit lustigen Gesellschaftsspielen vertreiben konnten. Der Kniffel-Block und das Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel lagen zwar im 300 Kilometer entfernten Zuhause. Doch wozu gibt es Apps?

Wer im App-Store nach Kniffel oder Mensch ärgere dich nicht sucht, bekommt unzählige Treffer. Manche Apps sind gratis, andere kosten bis zu 3,99 Euro (Schmidt Spiele). Ich entschied mich für eine Zwischenlösung und lud für 1,59 Euro Yatzy Ultimate herunter (Kniffel) und für 0,79 Euro Ludo Pro (Mensch ärgere dich nicht!). Nach anfänglichen Ladehemmungen funktionierte das Kniffel-Spiel sehr gut, auch wenn ich schmerzlich die „kleine Straße“ vermisste. Denn statt einer kleinen und einer großen Straße muss man hier zwei verschiedene große Straßen schaffen. Dafür gibt es jedoch einen Zweierpasch und das Feld „zwei Zweierpasch“, was m. E. zwei weiteren „Chancen“ gleichkommt. Das Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel funktionierte einwandfrei – auch wenn die Umstellung von vier auf weniger Spieler etwas umständlich war.

Alles in Allem bieten Spiele-Apps auf dem Smartphone eine willkommene Abwechslung im tristen Klinik-Alltag. Man hat sie 1.) immer griffbereit dabei, kann 2.) flexibel neue Spiele herunterladen und sie 3.) mit einer Hand oder im Liegen bedienen. Wenn man dann noch den Ton abstellt, nervt man noch nicht einmal die anderen Patienten.