„Ghost“ von Robert Harris: Subtiler, spannender Politthriller

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Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich „Ghost” von Robert Harris gelesen habe. Doch vor ein paar Tagen musste ich wieder an dieses Buch denken und an den dazugehörigen Film. Spannend waren beide. Eine tolle Handlung, ein dunkles Geheimnis und ein Mann, der zwischen alle Fronten gerät. Fans spannender Unterhaltung kommen sowohl beim Buch als auch beim Film auf ihre Kosten – Actionsüchtige werden indes enttäuscht.

Der Inhalt von „Ghost“

Auf der Überfahrt vom amerikanischen Festland auf die Insel Martha’s Vineyard verschwindet Michael McAra spurlos. Kein Abschiedsbrief, keine Augenzeugen, nur sein verwaister Wagen deutet darauf hin, dass er überhaupt an Bord war. McAra war Berater von Adam Lang, seines Zeichens ehemaliger Premierminister von Großbritannien und Nordirland. In dieser Funktion hatte er die vergangenen Monate damit verbracht, die Memoiren des Ex-Premiers zu verfassen. Da dieser zehn Millionen Dollar für sein Skript bekommen soll und der Abgabeschluss kurz bevorsteht, heuert er einen neuen Ghostwriter an, den Ich-Erzähler des Romans. Dieser fängt mit seiner Arbeit auf der beschaulichen Insel vor der Küste Massachusetts an und findet bei seinen Recherchen bald mehr heraus, als ihm selbst lieb ist. Langsam beginnt er zu erahnen, warum sein Vorgänger sterben musste – was die Schlinge um seinen eigenen Hals immer enger werden lässt.

Meine Meinung zu „Ghost“

„Ghost“ von Robert Harris ist ein Meisterwerk! Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend, überzeugt jedoch durch seinen langsamen Erzählstil. Die Handlung ist wunderbar aufgebaut und wird zu keiner Zeit hektisch. Robert Harris erzählt diese hochspannende Geschichte mit einer Ruhe, die nicht so recht zum Inhalt passen mag. Jedoch ist es gerade diese ruhige Erzählweise, die den Leser in ihren Bann zieht. Je langsamer Harris schreibt, desto unruhiger wird der Leser selbst, denn er weiß, dass die Lösung des Rätsels die Welt in ihren Grundfesten erschüttern wird.

Die gleiche Meinung habe ich übrigens von der Verfilmung der Romanvorlage, die unter dem Namen „Der Ghostwriter“ in die deutschen Kinos kam, mit Pierce Brosnan als Adam Lang und Ewan McGregor als Ghost. Er wurde zwar nicht lange gespielt, was m. E. auf eine recht schlechte Resonanz beim Publikum hindeutet. Jedoch hat mich auch die Verfilmung von Roman Polanski überzeugt. Denn wie schon das Buch, kommt auch der Film ohne viel Action aus und besticht durch seine Bilder und Erzählweise. Er lebt von der Handlung und verzichtet auf neumodischen Schickschnack. Wunderbar – auch wenn er inhaltlich etwas von der Romanvorlage „Ghost“ abweicht.

Film-Vorschau zu „Der Ghostwriter“


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