Das wichtigste Karriere-Rezept: Tue Gutes und sprich darüber!

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Zugegebenermaßen bin ich kein leuchtendes Beispiel für Selbstdarstellung und Eigenwerbung. Ich war und bin eher eine Arbeitsbiene: Immer emsig am Aufgaben suchen und Aufgaben abarbeiten. Immer als Erste vor Ort, wenn Not am Mann ist. Immer länger da, wenn die normale Arbeitszeit nicht ausreicht. Und immer die Letzte, wenn es darum geht, Werbung für mich und meine Leistungen zu machen. Das wichtigste Karriere-Rezept „Tue Gutes und sprich darüber!“ wende ich viel zu oft nicht an – was mich eines Tages noch einmal Kopf und Kragen kosten wird!

Arbeit ist nur dann etwas wert, wenn man jedem erzählt, dass man sie getan hat. Für eine Arbeitsbiene ist das ein Wiederspruch. Denn die Zeit, die man für die Eigenwerbung verschwendet, könnte man wunderbar zum Arbeiten verwenden. FALSCH! Denn wer sich niemals in Szene setzt, wird von Vorgesetzten und Kunden übersehen. Wer eine Präsentation erstellt, ist weniger wichtig, als derjenige, der sie präsentiert. Wer seine acht Stunden täglich durcharbeitet, erreicht weniger, als derjenige, der mit dem Chef zwei Stunden Mittagessen geht. Und wer im Jour Fixe nicht das Maul aufmacht und nicht damit prahlt, was er alles erreicht hat, wird als unscheinbarer Drückeberger wahrgenommen. Das ist traurig, aber leider wahr.

Der Übergang vom arbeitssamen Teamplayer zum erfolgreichen Selbstdarsteller kann und sollte jedoch nicht von jetzt auf nachher erfolgen. Zu groß wäre der Unterschied zum alten Ich. Jedoch kann man nach und nach seine Selbstdarstellung aufbauen.

Kleine Schritte zur großen Selbstdarstellung

  1. Für das eigene Ego ist es gut, wenn wir eine Liste pflegen, in der wir all unsere großen und kleinen Erfolge festhalten. Denn nur wenn wir wissen, was wir können, können wir auch nach außen damit angeben.
  2. Wer seinen Chef regelmäßig nach Feedback fragt, rückt sich in dessen Bewusstsein und hebt sich von der breiten Masse ab.
  3. Unsere eigenen Ideen sollten wir als unsere eigenen Ideen verkaufen. Wenn sie in einen großen Ideentopf fließen, gehen sie unter oder jemand anderes erntet den Ruhm.
  4. Verbesserungsvorschläge sind in einer netten Verpackung gerne gesehen – und belegen überdurchschnittliches Engagement.
  5. Zusatzaufgaben sollte man nicht willkürlich annehmen, sonst wird man ganz schnell wieder zur fleißigen, unscheinbaren Biene. Lieber sollte man sich die Aufgaben herauspicken, die dem Chef wichtig sind und die Möglichkeiten zur Selbstdarstellung bieten.
  6. Last but not least: Netzwerken muss sein! Auch wenn man Small-Talk hasst und lieber seine Ruhe haben will. Denn nur wer viele, wichtige Leute kennt und diese Kontakte pflegt, kommt in der Geschäftswelt weiter.

Ich weiß das alles und doch fällt es mir schwer, über mich und meine Arbeit zu reden. Aber ich arbeite an mir: durch meine Blogs und andere soziale Medien versuche ich, meine Arbeit bekannt zu machen. Und in letzter Zeit erzähle ich manchmal sogar freiwillig, dass ich einen Roman geschrieben habe und der zweite kurz vor der Veröffentlichung steht. Tue Gutes und sprich darüber! Das gilt für Angestellte, Selbstständige und Hobby-Autoren gleichermaßen.