Zeitloser Kinderspaß mit Pippi Langstrumpf

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Nicht erst seitdem ich Tante bin, interessiere ich mich für Kinderliteratur. Da ich in meinen Kindertagen ein ziemlich fauler Leser war, habe ich heute das Gefühl, etwas verpasst zu haben und nachholen zu müssen. Daher las ich im vergangenen Jahr zum ersten Mal Pippi Langstrumpf von Astrid Lindgren und erlebte sofort eine faustdicke Überraschung.

Bis zu diesem Zeitpunkt kannte ich nur Pippi Langstrumpf als TV-Serie. Und dort lautete einer ihrer Vornamen Schokominza. Entsprechend überrascht war ich, als ich Pippis tatsächlichen Namen las: Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf. Nichts mit Schokominza. Unerhört! Doch solange dies die einzige Abweichung war, wollte ich das durchgehen lassen. Und tatsächlich orientierten sich die Serien sehr stark an der Romanvorlage, so dass ich mich beim Lesen in meine Kindertage zurückversetzt fühlte.

Der Inhalt von „Pippi Langstrumpf“

Pippi Langstrumpf wohnt mit ihrem Affen Herr Nilsson und ihrem Pferd in der Villa Kunterbunt. Sie wohnt dort ganz allein, denn ihre Mama ist ein Engel im Himmel und ihr Papa ein Seemann, der auf einer seiner Reisen verschollen ist. Doch ist Pippi ein lustiges Kind, das in den Tag hineinlebt, jede Menge Unsinn im Kopf hat, nicht in die Schule geht, sich um Geld keine Sorgen machen muss und noch dazu das stärkste Kind ist, das auf der Welt lebt. Zusammen mit den wohlerzogenen Nachbarskindern Annika und Tommy erlebt sie die tollsten Abenteuer und sorgt für allerlei Aufregung in der kleinen schwedischen Stadt.

Meine Meinung zu „Pippi Langstrumpf“

„Pippi Langstrumpf“ erschien im Jahr 1945. Astrid Lindgren hatte damals Angst, dass man ihr wegen ihres Skriptes das Jugendamt auf den Hals hetzen würde und erklärte in ihrem Anschreiben an den Verlag: „Sicherheitshalber sollte ich vielleicht darauf hinweisen, dass meine eigenen unglaublich wohlerzogenen, engelsgleichen Kinder keinerlei Schaden durch Pippis Verhalten genommen haben. Sie haben sofort verstanden, dass Pippi ein Einzelfall ist, der normalen Kindern kein Vorbild sein kann.“ (Quelle: www.astrid-lindgren.de)

Doch ihre Sorge war unbegründet, denn mit ihrer Pippi gewann Astrid Lindgren zahlreiche Preise und das Publikum liebte das freche Mädchen – und dies bis zum heutigen Tage. Auch ich bin mit „Pippi Langstrumpf“ aufgewachsen und ich werde dafür sorgen, dass meine Nichte ebenso über ihre Streiche lachen wird. Denn Pippi ist etwas ganz Besonderes: von der Realität zu weit entfernt, um Nachahmer befürchten zu müssen. Und doch so lebensecht, dass man immer wieder davon träumen kann, mit ihr gemeinsam Abenteuer zu erleben.

„Pippi Langstrumpf“ gehört daher in jedes Kinderzimmer. Ob als Buch oder DVD ist in diesem Fall ausnahmsweise egal.


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