Frank Schätzing bringt seine Leser ans „Limit“

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Meine letzte Buchbesprechung ist schon ein ganzes Weilchen her – was auch daran liegen dürfte, dass ich nicht mehr zum Lesen komme. Aktuell stecke ich mitten in Lautlos von Frank Schätzing. Da diese Kritik noch etwas auf sich warten lässt, nehme ich mir heute ein anderes seiner Bücher vor: Limit.

Der Inhalt von „Limit“

In nicht allzu ferner Zukunft wird die Energieversorgung auf unserer Erde durch das Element Helium-3 gesichert sein. Dieses ist ausreichend auf dem Mond zu finden, wodurch die Raumfahrt einen neuen Boom erlebt. Amerikaner und Chinesen kämpfen um die Vorherrschaft auf unserem Trabanten und die ersten Touristen brechen zu Vergnügungsreisen auf den Mond auf. Währenddessen sucht der Detektiv Owen Jericho auf der Erde nach der chinesischen Dissidentin Yoyo. Offenbar ist die junge Frau auf ein Geheimnis gestoßen, dessen Wahrung den Verschwörern viele Menschenleben wert ist.

Meine Meinung zu „Limit“

Wie alle Bücher von Frank Schätzing ist auch „Limit“ brillant recherchiert. Obwohl ich wahrlich kein Technik-Freak bin, war ich begeistert von den neuartigen Technologien, die uns Menschen auf den Mond bringen könnten. Auch die große Geschichte ist sehr spannend: Verfolgungsjagden quer über den Erdball und auf dem Mond – was will der Action-Fan mehr? Doch die drei Sterne oben lassen erahnen, dass ich einen sehr großen Kritikpunkt habe.

Auf und ab. Und auf und ab. Und auf und ab. So sieht in etwa der Spannungsbogen in „Limit“ aus. Gerade hat sich der Leser durch die mehrere hundert Seiten starke „Einleitung“ gekämpft, als die Geschichte ihren ersten actionreichen Höhepunkt erfährt. Doch so plötzlich dieser kam, ist er auch schon wieder verschwunden. Und man steckt wieder mittendrin in seitenlangen Beschreibungen politischer Konflikte und technischer Details. Während des Lesens hegte ich mehr als einmal die Vermutung, dass der gute Herr Schätzing pro Seite bezahlt wurde. „Limit“ ist gut 1.300 Seiten stark – und nach meinem Dafürhalten sind das 700 Seiten zu viel.

Aber vielleicht sind wir auch nur verwöhnt. Verwöhnt von Frank Schätzings Meisterwerk Der Schwarm. Auch dieser war mit technischen Details und politischen Debatten vollgestopft. Doch wurden diese so brillant in die Geschichte eingebaut, dass sie fast nicht auffielen. „Der Schwarm“ war durchgängig spannend. „Limit“ ist in seiner Gesamtheit zwar ein interessantes Buch, jedoch nehmen die wichtigen, allerdings langweiligen Hintergrundinformationen viel zu viel Raum ein. Daneben enttäuscht das sehr voraussehbare Ende.

Fazit

Während des Lesens war ich ein paar Male drauf und dran, die 1.300 Seiten aus dem Fenster zu werfen. Mit einigen Monaten Abstand bin ich etwas versöhnter und kann sagen, dass „Limit“ ein gut recherchiertes und teilweise actionreiches Buch ist. Man sollte jedoch keinen zweiten „Der Schwarm“ erwarten.

Weitere Kritiken

literaturcafe.de: Mann auf dem Mond: Wo liegt Schätzings Limit?
Dr. Watson’s Buchkritik: Buchtipp: Frank Schätzing: LIMIT
BibliophiliasWelt: Rezension zu Frank Schätzing: Limit
Frank Roebers: Buchrezension: Limit – Frank Schätzing


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