Weltnichtrauchertag… oder wie ich mit dem Rauchen aufhörte

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Alle Jahre wieder begehen wir den Weltnichtrauchertag. An diesem Tag versuchen wir besonders eindringlich, unseren rauchenden Mitmenschen ihr Hobby abzugewöhnen. Worte wie Todesursache, Lungenkrebs und Raucherlunge werden an diesem Tag besonders inflationär gebraucht. Doch hilft das wenig, wenn man einen Raucher bekehren will. Denn Raucher wissen, dass sie mit jeder Zigarette ihrer Lunge schaden und ihr Leben aufs Spiel setzten. Aufklärung bringt also nicht viel, wenn man gegen die Sucht ankämpfen will. Ich spreche da aus Erfahrung.

Meine Fehlversuche, mit dem Rauchen aufzuhören

Insgesamt vier Mal habe ich mir das Rauchen abgewöhnt – aber glücklicherweise bin ich nur drei Mal rückfällig geworden. Das erste Mal setzte ich mir einen festen Termin: „Nach dem Abi höre ich mit dem Rauchen auf!“ Eigentlich wollte ich nicht aufhören, denn ich fand meinen Glimmstängel cool und hatte noch keine schlechten Erfahrungen mit übermäßigem Nikotin-Konsum gemacht. Entsprechend hoch war meine Motivation und nur zwei Monate später rauchte ich mehr als zuvor. Beim zweiten und dritten Versuch hatte ich bereits erkannt, dass ich ein Problem hatte. Nach und nach wollte ich meinen Zigarettenkonsum nach unten schrauben. Ich kenne keinen Menschen, bei dem das funktioniert hat. Bei mir auch nicht. Fast hatte ich schon die Hoffnung aufgegeben, es jemals zu schaffen, da spielte mir mein Schutzengel einen Streich.

Das Erlebnis, das mich rauchfrei machte

Es war an einem Freitag im Mai vor sieben Jahren. Ich hatte bis nach 22 Uhr allein in der Redaktion sitzen müssen und mir die Arbeit alle halbe Stunde mit einer Zigarette versüßt. Danach war ich noch auf eine Party eingeladen, auf der ich fröhlich weiterpaffte. Als ich gegen zwei Uhr nachts nach Hause kam, stellte ich mich in die Einfahrt und rauchte meine obligatorische Heimkehr-Zigarette. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon knapp zwei Schachteln geraucht, was selbst für meinen damaligen Geschmack viel zu viel war. Während ich dastand, überkam mich ein Ekel vor der Zigarette und vor mir selbst: Ich hatte an diesem Tag schon viel zu viel geraucht. Ich wollte eigentlich gar nicht mehr und doch griff ich aus lauter Gewohnheit wieder zu Zigarette und Feuerzeug. Ich war stinksauer auf mich selbst, schmiss die Kippe in den Gully, zerknüllte vor lauter Wut meine frische neue Zigaretten-Packung und ging ins Bett.

Am nächsten Mittag kam die Lust auf eine Zigarette wieder. Doch erst am Vorabend hatte ich eine fast volle Packung zerstört. Da kam der Geiz in mir durch – und die Erkenntnis, dass das ein guter Zeitpunkt wäre, ganz mit dem Rauchen aufzuhören. Bis auf eine Handvoll Geburtstags- und Silvester-Zigaretten habe ich bis heute durchgehalten. Seit dem 27. Januar 2008 sogar ganz ohne Ausrutscher.

Mein Fazit nach sieben Jahren ohne Kippe

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich das Rauchen nicht ab und an vermisse. Gerade mein Entspannungs-Zigarettchen nach einem harten Arbeitstag fehlt mir oft. Füße hoch und tief einatmen, egal wie viel Teer dabei in die Lunge geht! Doch sind mir die Vorteile der Suchtfreiheit viel zu teuer geworden, als dass ich sie durch einen Rückfall gefährden würde. Dabei denke ich nicht an meine Gesundheit oder mein Wohlbefinden.

So blöd es sich anhört: Mein Hauptargument gegen Zigaretten ist reine Haut! Rund ein halbes Jahr nachdem ich mit dem Rauchen aufgehört hatte, wurde meine Haut wesentlich besser. Vorher hatte ich ständig Pickel um den Mund herum. Doch seit der Entgiftung habe ich kaum noch Probleme damit. Meine Motivation, nicht mehr mit dem Rauchen anzufangen, ist also schlicht und ergreifend: meine Eitelkeit!

Tipps wie man mit dem Rauchen aufhören kann

Wer nicht erst den Selbstekel abwarten will, um sich das Rauchen abzugewöhnen, kann auch andere Wege versuchen. Von einigen Leuten habe ich gehört, dass das Buch „Endlich Nichtraucher!” von Allen Carr die beste Methode sei, um mit dem Rauchen aufzuhören. Wer dieses Buch liest, wirft seine Kippen angeblich sofort in den Müll. Allerdings habe ich auch gehört, dass diese Erfahrung nur einmal wirkt. Wer nach der Lektüre einen Rückfall erleidet, muss sich für seinen nächsten Versuch etwas anderes überlegen.

Daneben gibt es im Internet viele Seiten, die Tipps zu diesem Thema geben. Den seriösesten Eindruck macht die Website der Deutschen Krebsgesellschaft. Auf einer Unterseite gibt sie Tipps, wie man mit dem Rauchen aufhören kann. Daneben gibt es viele andere Seiten, die allerdings mehr oder weniger die gleichen Tipps liefern, z. B. www.ohnerauchen.de, www.rauchen-aufhören.biz oder rauchen.gesund.org

Nachrichten zum Weltnichtrauchertag

Hamburger Abendblatt: Täglich sterben 300 Deutsche an den Folgen des Rauchens
Süddeutsche.de: Rauchen kostet immer mehr Frauen das Leben
Psychologie-Aktuell.com: Rauchen ist die häufigste vermeidbare Todesursache
Hamburger Abendblatt: Jeder dritte erwachsene Deutsche raucht


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