„Angst“ von Robert Harris… und das verführerische Marketing

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Hochgelobt wurde der neue Roman von Robert Harris, als er Ende des vergangenen Jahres veröffentlicht wurde. Die Kritiker überschlugen sich mit ihren Lobpreisungen: „Angst“ treffe den Nerv der Zeit, sei gefährlich nah an der Realität und nicht nur eine düstere Zukunftsvision. Was diese Kritiker alle gemein hatten, war, dass sie das Ende nicht kannten. Sie konnten das Buch unbefangen lesen und miträtseln, wer denn nun der Böse ist. Eine Freude, die sie allen anderen Lesern durch ihre Kritiken versaut haben!

Vielleicht gibt es ein paar Menschen, die seinerzeit nicht die Kritiken gelesen oder gehört haben. Für alle diese Menschen schreibe ich nun eine Rezension, die den bösen Buben im Verborgenen lässt.

Schon vor „Angst“ hatte ich ein paar Romane von Robert Harris gelesen. Mein Lieblingsbuch von ihm ist „Ghost“, dicht gefolgt von seinem bekanntesten Werk „Vaterland“. Wenn ich Robert Harris lese, weiß ich, was ich bekomme: brillante Charaktere, interessante Schauplätze und spannende Geschichten. Dies ist auch bei „Angst“ der Fall. Gleich auf den ersten Seiten nimmt die Handlung ihren rasanten Lauf. Robert Harris treibt seine Hauptfigur Dr. Alexander Hoffmann mit jedem Schritt weiter in die Katastrophe hinein, ohne Ruhepause und Gnade. Zwar erahnt man auch ohne die petzenden Kritiker früh, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird. Doch trotz aller Vorahnungen oder Kenntnis der Rezensionen schafft es Harris, ein recht überraschendes Ende zu zaubern.

Mein Fazit zu „Angst“

„Angst“ ist ein sehr guter Roman, der sich wunderbar in das Werk Robert Harris‘ einfügt. Einen Stern Abzug gibt es von mir jedoch dafür, dass der Verlag und der Autor die Verkaufszahlen vor die Interessen der Leser gesetzt haben. Sicherlich waren die Marketing-Aussichten verlockend. Doch hätte man deswegen gleich das Wichtigste verraten müssen? Das Lesevergnügen bleibt so etwas auf der Strecke – zumindest bei mir.


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