Kartoffelschale mitessen? Ja oder Nein?

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Immer wieder höre ich in meinem Freundeskreis, dass man Kartoffeln auf jeden Fall mit Schale essen muss: „Das ist doch viel leckerer – und außerdem gesund, denn alle wichtigen Vitamine sitzen in der Schale!“ Wenn eine derart falsche Theorie mit solch einer Inbrunst vorgetragen wird, kann man schon einmal ins Grübeln geraten. Doch bei manchen Dingen sollte man lieber auf sein eigenes Wissen vertrauen, als auf den Geschmack anderer.

Erstens konnte ich noch nie verstehen, wie man Kartoffelschale als „lecker“ bezeichnen kann. Dieses vertrocknete, teils bittere Gestrüpp ist doch nicht lecker! Außerdem finde ich dunkle Stellen an einer hellen Frucht nicht besonders hübsch und das Auge isst ja bekanntlich mit. Abgesehen von der Ästhetik und dem Geschmack gibt es jedoch einen zweiten, handfesten Grund, aus dem man Kartoffeln immer geschält essen sollte.

Es ist ein Mythos, dass bei der Kartoffel alle gesunden Stoffe in der Schale sitzen. Was man dort jedoch mit Sicherheit finden kann, ist der Stoff Solanin. Und dieser ist giftig! Je nachdem wie die Kartoffel gelagert wurde, ist der Stoff mal mehr, mal weniger vorhanden. Sicherlich wird sich niemand vergiften, der ab und an eine optimal gelagerte Kartoffel mit samt Schale verspeist. Doch wer kann schon genau sagen, wie seine Kartoffeln bisher gelagert wurden und wie hoch der Solanin-Anteil ist.

In unseren beheizten, hell erleuchteten Supermärkten finden wir die Kartoffeln meist lose, in Netzen oder durchsichtigen Folien. Das sind keine guten Voraussetzungen für die Kartoffel, die man immer dunkel und kühl lagern sollte. Bei zu viel Licht und Wärme steigt der Solanin-Gehalt und die Schale wird immer giftiger.

Verbraucherschützer und Mediziner raten daher, Kartoffelschalen nicht zu essen. Das gilt auch für Bio-Kartoffeln. Den höchsten Solanin-Gehalt hat eine Kartoffel, die keimt oder sich grün färbt. Hier sollten wir nicht nur die Schale wegwerfen, sondern am besten die gesamte Knolle!