Persönlicher geht’s kaum – Pralinen aus eigener Herstellung

Print Friendly

Manchmal setzt mein Hirn aus und ich denke mir, dass es doch total toll wäre, z. B. selbstgemachte Liköre zu verschenken, zwölf Menschen gleichzeitig zum Essen einzuladen oder eigene Schokoladen-Tafeln herzustellen. Mein letzter Aussetzer in diese Richtung hatte neulich sechs Stunden Arbeit, eine komplett verdreckte Küche und vier selbstgemachte Pralinen-Sorten zur Folge.

Damit mich niemand falsch versteht: Die Arbeit hat sich gelohnt! Ich hörte dankbare „Hm“-s und „Oh“-s und „Ah“-s und schindete mächtig Eindruck mit meinen Kreationen. Doch weiß ich schon jetzt, dass ich mir diese Arbeit frühestens zu Weihnachten wieder machen werde.

Das Wichtigste: Schokolade temperieren

Das Temperieren der Schokolade ist die nervigste und aufwändigste Arbeit. Hierfür braucht man zwingend ein Thermometer, mit dem man die Masse ständig überprüfen muss. Wer aus dem Bauch heraus temperiert, bekommt kein schönes Ergebnis: die Schokolade läuft an und verschandelt die ganze Praline. Daher kommt man um diesen Arbeitsschritt leider nicht herum.

Zunächst wird die gesamte Schokolade ganz fein gehackt. Am besten geht das mit einer Küchenmaschine oder Blitzhacker – vor allem, wenn man mehrere Sorten macht und insgesamt ein Kilo Schokolade hacken muss! Danach geht man folgendermaßen vor:

  1. Einen Topf mit Wasser füllen und das Wasser zum Kochen bringen – Füllstand ca. zwei Zentimeter.
  2. Den Topf vom Herd ziehen und eine Schüssel darauf platzieren, die sich zum Schokoladeschmelzen eignet.
  3. Darin zwei Drittel der Schokolade schmelzen und so lange verrühren, bis die Masse 40 bis 45 Grad Celsius erreicht hat.
  4. Schüssel vom Wasserbad nehmen, die übrige Schokolade unterrühren und die Masse so lange weiter rühren, bis sie auf ca. 27 Grad heruntergekühlt ist.
  5. Dann alles wieder aufs Wasserbad stellen und wieder erhitzen (weiße Schokolade auf ca. 31 Grad, Vollmilch-Schokolade auf ca. 32 Grad und Zartbitterschokolade auf ca. 33 Grad). Diese Temperatur sollte während der weiteren Verarbeitung beibehalten werden.
  6. Wer das drei Mal gemacht hat, hat danach schlimmen Muskelkater in der Hand – aber auch eine Schokoladen-Glasur, die schön glänzt und nicht anläuft!

Das Bild oben zeigt die vier Pralinen, die ich neulich hergestellt habe. Oben links seht ihr die Himbeer-Creme-Praline, zu der ich euch nun noch das Rezept verrate:

Zutaten für die Himbeer-Creme-Pralinen

  • 300 g weiße Schokolade
  • 200 g tiefgekühlte Himbeeren
  • 1-2 EL Zucker
  • Zitronensaft
  • 20 ml Sahne
  • 30-40 weiße Hohlkugeln
  • Himbeer-Knusper

Zubereitung der Himbeer-Creme-Pralinen

  1. Himbeeren auftauen lassen.
  2. 150 g weiße Schokolade fein hacken und beiseite stellen.
  3. Aufgetaute Himbeeren mit einer Gabel zerdrücken und durch ein Sieb in einen kleinen Topf streichen. Es bleiben ca. 100 g übrig. Das Püree mit dem Zucker und einem Spritzer Zitronensaft aufkochen und leicht reduzieren. Dann die Sahne einrühren, alles noch einmal aufkochen und vom Herd nehmen.
  4. Die Himbeermasse über die feingehackte Schokolade gießen und verrühren, bis sich alles aufgelöst hat.
  5. Nachdem die Masse etwas abgekühlt ist, wird sie mit einem Spritzbeutel in die Hohlkugeln gefüllt. Die kleine Öffnung oben bleibt frei.
  6. 150 g weiße Schokolade temperieren (s. oben) und zunächst die Öffnungen der Hohlkugeln verschließen. Nachdem der Verschluss getrocknet ist, die Kugeln in der restlichen Schokolade wenden. Noch feucht mit ein paar Stückchen Himbeer-Knusper bestreuen.

Die speziellen Pralinen-Zutaten wie z. B. den Himbeer-Knusper, die Hohlkugeln und hübsche Verpackungen kann man im Internet bestellten. Sehr gute Erfahrungen habe ich gemacht mit www.pati-versand.de.


Comments are closed.