Buch-Tipp: „Abbitte“ von Ian McEwan

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„Die Ärzte“ sagen in ihrem Lied „Lass die Leute reden“ vor ein paar Jahren: „Lass die Leute reden, denn wie das immer ist: Solang die Leute reden, machen sie nichts Schlimmeres“. Wer den Roman „Abbitte“ von Ian McEwan gelesen hat weiß, dass das nicht stimmt. Manchmal kann dummer Klatsch die schlimmsten Folgen haben und das Leben unschuldiger Menschen zerstören.

Der Inhalt von „Abbitte“

Es ist schwierig, den Inhalt des Romans „Abbitte“ zu umreißen, ohne zu viel zu verraten. Die Handlung beginnt im Jahr 1935 auf dem englischen Landgut der Familie Tallis. Im Mittelpunkt steht die 13-jährige Briony, die Schriftstellerin werden will und über eine allzu blühende Fantasie verfügt. Sie findet heraus, dass sich zwischen ihrer zehn Jahre älteren Schwester Cecilia und dem Sohn einer Angestellten, Robbie Turner, eine Romanze entwickelt. Doch sie versteht nicht, was sie sieht und hört – und spinnt sich daher ihre eigene Geschichte zusammen. Dann überschlagen sich die Ereignisse auf dem Gut. Briony ist zur falschen Zeit am falschen Ort. Und ihre Einfalt, voreingenommene Fantasie und Engstirnigkeit werden zwei Menschen zum Verhängnis.

Meine Meinung zu „Abbitte“

Ian McEwan macht es seinen Lesern nicht leicht. Fast das halbe Buch lang verliert er sich in Beschreibungen des gesellschaftlichen Lebens auf dem Landgut. Gespannt wartete ich auf den großen Paukenschlag, der die Wendung im Leben der Hauptfiguren herbeiführen sollte. Es dauerte lange und war teilweise anstrengend, aber es lohnte sich! „Abbitte“ hat mich erschüttert und aufgerüttelt. Ein dummer Zufall gepaart mit etwas unbegründetem Klatsch – und mir nichts, dir nichts sind zwei Leben zerstört. Da hilft auch alle Selbsterkenntnis, Reue und Trauer nichts mehr. Unschuldige werden in den Abgrund gerissen, Verräter und Täter führen ein entspanntes, erfülltes, langes Leben.

Noch ein kurzer Tipp zum Schluss

Wer sich nicht durch den Roman von Ian McEwan kämpfen will, kann auch auf die Verfilmung von „Abbitte“ zurückgreifen. Ein sehr guter Film, nahe am Buch, jedoch nicht so langatmig.


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