Wie Facebook, Twitter & Co. der Karriere schaden können

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Es ist wohl kein großes Geheimnis, dass das Internet tückisch ist. Daten, die man einmal hochgeladen hat, lassen sich auch noch nach dem Löschen finden. Unzählig sind die Fälle, in denen Informationen oder Bilder missbraucht wurden. Doch nicht nur andere können einem schaden – auch man selbst bringt sich schnell in Bedrängnis, wenn man zu viel von sich preisgibt. Vor allem im Berufsleben.

Im Juni letzten Jahres verbrachten deutsche Internet-Nutzer rund fünf Stunden im Monat auf Facebook. Sie stöberten auf den Profilen anderer Leute oder nutzten eine der vielen Anwendungen. Sie luden Bilder hoch und schrieben, was sie gerade taten und wo sie gerade waren. Und gaben mit jedem Klick etwas mehr über sich preis. Viele Nutzer schalten ihre Inhalte für alle frei – und vergessen, dass sie damit auch wirklich jeder sehen kann.

Angenommen ein partyfreudiger Student stellt gerne viele und eindeutige Bilder seiner Abenteuer ins Internet. Er will sich brüsten mit seinen Saufgelagen und Weibergeschichten. Er erzählt schmutzige Anekdoten und gibt sich als unbelehrbarer Besserwisser. Eines Tages bewirbt er sich auf seinen ersten Job nach der Uni. Selbstverständlich denkt er nicht daran, seine Facebook-Seite zu säubern – schließlich ist das ja privat! Der potenzielle Arbeitgeber sieht das selbstverständlich anders: Wenn Inhalte frei zugänglich sind, kann man sie sich auch ohne schlechtes Gewissen anschauen. Der Personalverantwortliche erkennt, welch ein Hallodri sich beworben hat. Die Absage kommt postwendend.

Anderes Beispiel: Ein Angestellter twittert für sein Leben gern. Er teilt seinen Followern einfach alles mit: „Mein Café Latte heute Morgen war ekelhaft und überteuert.“ „Ich hasse U-Bahnfahren. Eben hat sich ein Stinke-Mensch neben mich gesetzt.“ „Letzte Nacht war lang und feuchtfröhlich. Ich glaub, ich mach heute blau.“ „Mein Chef nervt heute wieder furchtbar. Ich hasse diesen Schei…-Laden! Nieder mit der XY GmbH!“ Wer nur etwas Hirn im Schädel hat, wird erkennen, dass die letzten beiden Aussagen tödlich für die Karriere sein können. Wenn der Angestellte wegen seines Katers tatsächlich nicht zur Arbeit kommt, ist das vorsätzliche Arbeitsverweigerung. Und diese kann zur Abmahnung, wenn nicht sogar Kündigung führen. Und dass man seinen Arbeitgeber in öffentlichen Räumen lieber nicht beleidigen sollte, steht wohl auch außer Frage. Nicht nur der aktuelle Chef wird solch ein Fehverhalten ahnden. Auch künftige Chefs werden gerne auf jemanden verzichten, der solch eine Einstellung an den Tag legt.

Daher sollte man immer prüfen, mit wem man welche Informationen teilt – und manchmal lieber gar nichts schreiben.