Familien in Deutschland: Zeit für das Wesentliche

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Anfang des Monats veröffentlichte das Bundesfamilienministerium den Familienreport 2011. Dieser widmete sich vor allem dem Faktor Zeit: Zeit, in der Familien stabile Bindungen aufbauen können. Zeit, in der sie Verantwortung übernehmen, lehren und lernen. Zeit, die neben dem Beruf für die Familie bleibt. Der Report zeigt, wofür Familien ihre Zeit nutzen und wie die Menschen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie beurteilen.

Demnach wünschen sich 78 % aller Eltern Verbesserungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dies ist ein Thema, das auch immer mehr Männer betrifft – 73 % beurteilen die Vereinbarkeit als schlecht. Nicht nur Eltern von Kleinkindern, sondern auch die Mehrheit der Eltern von Schulkindern äußern hier Probleme, so der Familienreport 2011.

Flexible Arbeitszeiten sind für viele Eltern die Lösung, wenn es darum geht, Familie und Beruf in Einklang zu bringen. Zudem wünscht sich jeder zweite Vater eine Arbeitszeit von 36 bis 40 Wochenstunden. Weitere 19 % fänden eine vollzeitnahe Teilzeit mit 30 bis 35 Wochenstunden attraktiv.

Solche Arbeitszeiten entsprächen auch den Wünschen der Kinder: Nur 44 % sind der Ansicht, dass sich ihre Väter genügend Zeit für sie nehmen. Der Zuwendung durch ihre Mütter stellen sie indes ein positives Zeugnis aus: 80 % der Kinder sind mit deren Aufteilung von Beruf und Familie zufrieden.

Weitere Erkenntnisse des Familienreports 2011

  • 83 % aller Kinder wachsen bei ihren Eltern auf (verheiratet und unverheiratet)
  • 17 % aller Kinder lebten im Jahr 2011 bei einem alleinerziehenden Elternteil
  • 48 % aller Kinder wachsen mit einer Schwester oder einem Bruder auf
  • 19 % aller Kinder leben mit zwei Geschwistern zusammen
  • 8 % aller Kinder haben drei oder mehr Geschwister
  • 25 % aller Kinder in Deutschland bleiben Einzelkinder
  • 34 % der Teilzeitbeschäftigten mit Schulkindern würden gerne länger arbeiten
  • 37 % der nichtberufstätigen Mütter wären gerne erwerbstätig
  • 54 % der nichtberufstätigen Alleinerziehenden wären gerne erwerbstätig
  • 35 % der Kleinkinder gut verdienender Familien nutzen eine Kinderbetreuung
  • 18 % der Kleinkinder aus Familien mit geringen Einkommen nutzen eine Kinderbetreuung

Der gesamte Familienreport 2011 kann auf der Seite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend heruntergeladen werden.