Hercule Poirots Weihnachten: Ganz nett aber nicht weihnachtlich

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Das Weihnachtsfest wirft seine Schatten voraus. Die Werbung im Fernsehen wird immer eindringlicher, die Spendenaufrufe immer lauter, die freudige Stimmung immer aufgesetzter. Oft erkennt man gar nicht, was echt und was gespielt ist. Vieles kommt einfach nicht von innen heraus. So wie bei Hercule Poirots Weihnachten von Agatha Christie. Weihnachtlich ist da leider nur der Titel.

Schon vor einem Jahr habe ich „Hercule Poirots Weihnachten“ gelesen. Denn Weihnachten und Agatha Christie mag ich beide gerne – da konnte dieses Buch ja nur ein Erfolg sein! Neulich bestellte ich mir dann das Hörbuch. Nicht, weil ich das Buch so toll fand. Sondern weil ich schlichtweg vergessen hatte, dass ich den Inhalt bereits kenne. Das sagt leider alles aus, was man über das Buch wissen muss. Agatha Christie hat einen wundervollen Schreibstil und ihre Kriminalgeschichten sind stets kurzweilig und interessant. Leider hat man den Inhalt und die Personen vergessen, sobald man ihre Bücher zurück ins Regal stellt. So auch bei „Hercule Poirots Weihnachten“.

Der Inhalt von „Hercule Poirots Weihnachten“

Der alte Patriarch Simon Lee ruft zu Weihnachten alle seine Verwandten zusammen, um mit ihnen das Fest der Liebe zu feiern. Doch statt Versöhnung und Wiedersehensfreude gibt es Streitereien und Mord. Zufällig ist Hercule Poirot zu Gast und kann den Fall mit Hilfe seiner „kleinen grauen Zellen“ lösen.

Die Kritik zu „Hercule Poirots Weihnachten“

Diese Inhaltsangabe lässt sich wohl für so ziemlich jeden Agatha-Christie-Roman anwenden. Man tausche den Namen des Opfers, verändere die Szenerie und ersetze ggf. „Hercule Poirot“ durch „Miss Marple“. Fertig ist die Inhaltsangabe! Damit mich niemand falsch versteht: Das ist gut so! Bei Agatha Christie weiß man, was man hat. Ein kleiner Mord, eine begrenzte Anzahl Verdächtiger und eine Lösung durch den Meisterdetektiv. Das Konzept hat sich bewährt und sorgt immer wieder für Kurzweil.

Wer jedoch hofft, durch „Hercule Poirots Weihnachten“ etwas in Weihnachtsstimmung zu kommen, der wird bitter enttäuscht. Denn Agatha Christie versucht noch nicht einmal ansatzweise, eine festliche Stimmung aufzubauen. Das ist sehr schade, denn gerade dies würde in wunderbarem Kontrast zur eigentlichen Handlung stehen und „Hercule Poirots Weihnachten“ zu etwas Besonderem machen.


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