Was tun bei Mobbing? Tagebuch führen!

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Nach all der weihnachtlichen Vorfreude kommt heute mal wieder ein ernsteres Thema: Rund 1,5 Millionen Menschen werden jährlich an ihrem Arbeitsplatz gemobbt – Tendenz steigend. Doch was kann man tun, wenn einen der Chef beschimpft? Wenn einem die Kollegen böse mitspielen? Oder man immer übersehen und übergangen wird? Wenn alle Aussprachen und gutes Zureden nichts bringen, hilft oft nur noch der Gang zum Gericht. Doch dieser muss von langer Hand geplant werden.

Wie bei vielen Konflikten im Leben gilt auch für Mobbing-Opfer, dass das Gericht nur der allerletzte Ausweg sein kann. Wenn man nur selten oder nicht ganz so schlimm gemobbt wird, sollte man zunächst die Aussprache mit seinem Gegner suchen. Bleibt diese ergebnislos, kann man die nächste Instanz einschalten, z. B. Betriebsrat oder Mobbing-Beauftragten. Erst wenn alle Gespräche zu keiner Einigung führen, sollte man mit dem Anwalt drohen. Wenn die Drohung jedoch erst einmal im Raum steht, muss man auch handeln. Dafür muss man schon vorher Tagebuch geführt haben.

Wenn es erst einmal vor Gericht geht, steht die Aussage des Gemobbten gegen die des Mobbers. Das Gericht braucht Beweise, sonst heißt es: Im Zweifel für den Angeklagten! Mobbing-Opfer tun daher gut daran, alle Vorfälle zu dokumentieren. Dabei sollten sie nicht nur aufschreiben, was genau vorgefallen ist. Auch das Datum, die Uhrzeit und mögliche Zeugen sollte man sich notieren. Wenn eine E-Mail oder ein Post-it die Sachlage belegen, müssen sie mit ins Archiv wandern. Oder man macht Fotos, z. B. von seinem verwüsteten Schreibtisch. Dabei muss man jedoch aufpassen, dass man keine Betriebsgeheimnisse dokumentiert – nicht dass nach der einen Verhandlung schon die nächste ins Haus steht.

Zum Thema „Dokumentation durch CYA“ habe ich auf meinem anderen Blog schon einmal einen ausführlichen Beitrag veröffentlicht.


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