„Up In The Air” – so realistisch und doch so schön

Print Friendly



Mein heutiger DVD-Tipp ist alles andere als aktuell. Im Kino war dieser Film vor rund zwei Jahren. Gekauft habe ich ihn vor mehreren Monaten auf einem Media-Markt-Grabbeltisch für 4,90 Euro. Und seitdem schlummerte er im Regal vor sich hin. Vor ein paar Tagen habe ich ihn mir nun angeschaut, weil sonst nichts kam. Und seitdem lässt mich „Up In The Air“ nicht mehr los.

Der Film ist gemächlich und temporeich zugleich – genau wie seine Aussage. Das oberflächliche, geschäftige Jet-Set-Leben der Hauptfigur Ryan Bingham (George Clooney) auf der einen Seite; seine Innenwelt und Konflikte auf der anderen Seite. In der einen Sekunde fliegt man über einem x-beliebigen Teil der USA, in der nächsten werden Menschen im Akkord entlassen. Dann wieder wird es langsamer. Etwa wenn Ryan über seine Theorie philosophiert, ohne jeglichen Ballast durch das Leben reisen zu wollen. Kein Eigenheim, keine Kinder, nur so viel familiäre Kontakte wie unbedingt nötig. Doch Hollywood wäre nicht Hollywood, wenn nicht zwei Frauen diese Einstellung gehörig ins Wanken bringen würden (Vera Farmiga & Anna Kendrick).

Wird Ryan seine Einstellung nachhaltig revidieren? Hochzeit, Kinder und ein Happy End? Oder Selbstverleugnung und Verbitterung? Selbstverständlich werde ich nicht verraten, wie „Up In The Air“ ausgeht. Aber der Text auf dem DVD-Cover trifft es recht genau: Der Film ist „leicht und schwer, komisch und tragisch, albern und intelligent, romantisch und realistisch.“ Vor allem realistisch – und das kann man wohl über die wenigsten Hollywood-Produktionen sagen. Eine willkommene Abwechslung!

Schade, dass „Up In The Air“ keinen der begehrten Oscars erhalten hat. Immerhin war er sechs Mal nominiert in den Kategorien Bester Film, Beste Regie (Jason Reitman), Bestes adaptiertes Drehbuch (Jason Reitman & Sheldon Turner), Bester Hauptdarsteller (George Clooney) und zwei Mal Beste Nebendarstellerin (Vera Farmiga & Anna Kendrick). Verdient hätten sie es alle!

Comments are closed.