Schuldenkrise im Großen und im Kleinen

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Griechenland ist selbstverschuldet hochverschuldet. Und was passiert? Die EU steckt immer wieder Milliarden in das marode System. Und seit gestern Nacht steht nun auch fest, dass das Land die Hälfte seiner Schulden erlassen bekommt. Was das wirtschaftlich für uns bedeuten könnte, vermag ich nicht zu überblicken. Jedoch scheint eine verheerende Signalwirkung von diesem Verhalten auszugehen.

Es muss sich niemand wundern, wenn der kleine Bürger keine Konsequenzen aus seiner Verschuldung fürchtet. „Wenn ich nicht mehr weiterkomme, wird sich die Allgemeinheit um mich kümmern!“ Das scheint der Leitspruch einiger Menschen zu sein. Jedoch frage ich mich: Wann wird aus der Allgemeinheit die Minderheit? Und wann kollabiert die vermeintliche Allgemeinheit?

Die aktuelle Trendumfrage der deutschen Inkassowirtschaft zeigt, dass die private Verschuldung sehr hoch ist. Jeder zehnte Erwachsene ist davon betroffen. Da beruhigt es auch nicht, dass die Zahl der Verbraucherinsolvenzen von 108.798 im letzten Jahr auf nun rund 100.000 sinkt. Gründe für die schlechte Zahlungsmoral sind Überschuldung (90 Prozent der Inkassounternehmen melden das), Arbeitslosigkeit (69 Prozent), vorsätzliches Nichtbezahlen (56 Prozent) und ein vorübergehender Liquiditätsengpass (47 Prozent).

Bedenklich sind die Beobachtungen der Inkassowirtschaft zur Jugendverschuldung. 39 Prozent melden, dass junge Verbraucher* schlechter zahlen als Ältere. Jugendliche haben vor allem Konsumschulden. Hauptgläubiger sind Telekommunikationsunternehmen (87 Prozent), Online- und Versandhändler (76 bzw. 66 Prozent) und Internet-Serviceanbieter (56 Prozent). Die Inkassowirtschaft macht hierbei die Erfahrung, dass verschuldete Jugendliche aus Elternhäusern kommen, die ihnen einen unverantwortlichen Umgang mit Geld vorgelebt haben.

Und die Spirale dreht sich weiter…

* bis 24 Jahren