Warten auf einen Arzttermin

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Letzte Woche fiel mir eine Pressemitteilung in die Hände, bei der ich doch sehr schmunzeln musste. Die CompuGroup Medical AG will zusammen mit dem CGM GesundheitsMONITOR herausgefunden haben, dass knapp die Hälfte aller Patienten innerhalb von zwei Tagen einen Termin bei einem neuen Arzt bekommt. Ich persönlich halte das für ein Gerücht.

Ich erinnere mich an eine Situation vor rund zwei Jahren. Wegen akuter Knieschmerzen schickte mich mein Hausarzt zu einem Orthopäden. Zur Veranschaulichung: Ich konnte nicht auftreten, humpelte durch die Gegend und hatte solch höllische Schmerzen, dass mir teilweise die Tränen kamen. Die Sprechstundenhilfe bot mir einen Termin an – zwei MONATE später.

Wie bereits in früheren Beiträgen erwähnt, bin ich kein Mensch, der schnell böse wird. Aber in diesem Fall bin ich explodiert. Ich schiebe diesen Ausbruch auf meine Schmerzen. Aber wenigstens hatte die Aktion zur Folge, dass ich als „Notfall“ eingestuft wurde und somit nur noch dreieinhalb Stunden im Wartezimmer sitzen musste. Ich weiß jedoch von anderen Leuten, dass sie tatsächlich zwei bis drei Monate gewartet haben. Nicht nur auf den ersten Termin, sondern auch auf alle folgenden!

Leider ist das kein Einzelfall. Ständig höre ich Beschwerden von Menschen, die wochenlang auf Termine bei Fachärzten warten müssen. Die Allgemeinmediziner sind da etwas fixer, keine Frage. Die brauchen ja auch jeden „Kunden“, weil sie kaum etwas abrechnen können. Ob die fünfminütige Wischi-Waschi-Behandlung etwas taugt, ist jedoch die zweite Frage.

Generell finde ich es etwas befremdlich, wenn man eine solche Umfrage unter „440 Allgemeinmedizinern, Internisten, Gynäkologen und Pädiatern“ durchführt und das Ganze dann als „repräsentativ“ bezeichnet. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich schon einmal zu diesem Thema befragt worden wäre. Oder einer meiner Bekannten. Hier wäre das Ergebnis sicher ein ganz anderes.