Bye-Bye R.E.M.

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Auch wenn man es nach meiner CD-Kritik vom 7. März 2011 kaum glauben mochte: R.E.M. ist eine meiner Lieblingsbands! 31 Jahre lang gab es die Gruppe – doch nun ist Schluss. Selbstverständlich finde ich das schade. Doch mischt sich auch etwas Erleichterung in meine Stimmung.

Losing my religion. Man on the moon. Imitation of life. Und viele mehr. Damit haben Michael Stipe, Mike Mills und Peter Buck Musikgeschichte geschrieben. Seit 1980 haben sie insgesamt 15 Studioalben herausgebracht – im November dieses Jahres soll noch ein „Greatest Hits“-Album folgen. Doch etwas Neues wird es von R.E.M. nicht mehr geben. Die Band hat am vergangenen Donnerstag ihre Trennung bekannt gegeben. Ob das tatsächlich das letzte Wort ist, bleibt abzuwarten. Sie wären nicht die ersten, die es sich noch einmal anders überlegen.

Die Frage ist nur, ob sie es tatsächlich tun sollten. Denn als eifriger Hörer habe ich in den letzten beiden Alben eine deutliche Formkurve nach unten gesehen. Ich weiß, dass ich damit vielen Kritikern widerspreche: Aber „Collapse into now“ ist ein langweiliges Album, das den alten Geist der Band lediglich aufwärmt. Von einer Weiterentwicklung und einem weiteren Stück Musikgeschichte kann hier nicht die Rede sein.

Vielleicht haben die R.E.M.-Jungs einfach die Zeichen der Zeit erkannt. Sie sind keine Rebellen mehr. Sie sind zu festgefahren in ihrem Stil. Was einst neu und anders war, ist heute Schnee von gestern. Der einzig konsequente Schritt war damit die Auflösung der Band. Einerseits ist das schade. Andererseits glaube ich, dass sich die Jungs damit selbst einen Gefallen getan haben. Denn nichts ist peinlicher als alternde Stars, die ihre Seele für eine neue Schlagzeile verkaufen würden.

Bye-Bye R.E.M.! Ich werde eure Konzerte vermissen – aber eure Musik bleibt ewig!

Meldung auf dem R.E.M.-Blog: R.E.M. geben Auflösung bekannt